Samstag, 15. Februar 2014

Soli - Demo in Ulm: Marcel Kallwass / Kritik an Arbeitsamt und jobcenter - Bericht und ein gut gemeinter Rat -


Soli - Demo in Ulm: Marcel Kallwass / Kritik an Arbeitsamt und jobcenter
- Bericht und ein gut gemeinter Rat -

Heute, am 15.02.2014 fand die im Titel benannte Demo statt.
Ich will nicht zu viele Worte machen und fasse mich daher schlagwortartig.

Positiv fand ich:
- die Anwesenheit etlicher Menschen trotz regenbedrohlichen Wetters und einem eher "unprominentem" Austragungsort.
- die Anwesenheit mehrerer Organisationen / Gruppen, u.ä. Ich persönlich sah BGE - Initiativen, die PIRATEN, DIE LINKE und  die Partei DIE PARTEI.
- die Möglichkeit selbst zwei Rede - Beiträge zu leisten und mich weiter zu vernetzen.
- die Anwesenheit von - alternativen - Medien. Ich nahm z.B. wahr die Informisten und die "Beobachter".
- das Erzielen von Aufmerksamkeit allgemein.

Leider muß ich auch Kritikpunkte einbringen, dies allein schon deshalb, um mein Entfernen von der Demo auf dem Rückweg zu erläutern.
Ich hörte leider wenig Sprechchöre, die sich darum bemühten, der Bevölkerung "drumherum" (und es gab sie durchaus in recht hohem Maße) für diese nachvollziehbar mit einzubeziehen. Vorschläge dazu gab es im Vorfeld.
Ich hörte statt dessen aber einen Wortbeitrag, der sinngemäß auch enthielt: " ... wir alle wollen aber noch mehr. Wir sind Kommunisten und wollen den Kapitalismus abschaffen, ... !!!" Etc. pp. ...
---> "Wir"? Das ist schier wie aus dem Lehrbuch "Wie vergraule ich Bündnispartner und verhindere, dass ich neue gewinne?"
Leute!
Es wurde aber später noch schlimmer.
Es gab dann einen Sprechchor von einigen, der sinngemäß lautete: "Widerstand muß sich konkretisieren! Feuer und Flamme in die Amtsstuben!", etc.
---) Und in DIESEM MOMENT verließ ich die Demo. Ganz klar.

Um es für mich ganz klar zu sagen: Ich bin KEIN Kommunist. Und ich bin Pazifist. Ende. Keine Diskussion.

Das ist nun meine Privatsache, klar. Aber ich stelle mir schon die Frage, was derlei soll?
Damit wird SEHR viel Porzellan zerschlagen.
Ich werde stets an der Seite derer sein, die Sanktionsmaßnahmen und jeglichen Zwang im Hartz IV - System ablehnen und ihn beseitigen wollen.
Die für ein würdiges Leben aller Menschen eintreten und die Verhältnisse entscheidend verbessern wollen.
Aber nicht an der Seite von orthodoxen Kommunisten und ganz realen Brandstifern. Niemals!
... und ich könnte mir vorstellen, dass ich da für etliche spreche.
Btw. hörte ich Sekunden vor meinem Weggang noch hinter mir einen Dialog mir unbekannter Teilnehmer zu diesen Vorfällen.
"Och, nee - und jetzt SOWAS wieder!" "Ja, genau - und dabei ab - so - lut kontraproduktiv!"
Dem kann ich mich nur anschließen.

Sofern man hier nicht von geschickten agent provocateurs "überfahren" wurde - würde ich den entsprechenden Organisatoren DRINGEND raten, derlei demnächst vorher abzuklären und ein Repertoire zu entwickeln, wie mit derlei vor Ort dann umzugehen ist.

Plant man aber anders und WILL derlei - ist es zwingend, das VORHER Allen zu kommunizieren.

Solidarische Grüße
Burkhard Tomm - Bub, M.A. 
67063 Ludwigshafen
Ex - Fallmanager

P.S.:
Link zu meinem ersten Redebeitrag, anschließend Transkript:

http://bambuser.com/v/4362546


---> Transkript:

"Lauter":
Also ... mein Name ist Burkhard Tomm-Bub.
Ich habe sechs Jahre lang als Fallmanager in einem jobcenter gearbeitet.
Das allererste, den ersten Satz, den ich sagen muß, ist: Meine volle Solidarität mit Marcel Kallwass! Danke!
(( Applaus ))
Und das nicht nur ganz allgemein - sondern auch konkret! In seiner ersten Abmahnung wurde dieses Flugblatt von mir "Aufruf vorm Spiegel zu verweilen" an meine Kolleginnen und Kollegen in den jobcentern - wurde in der Abmahnung mit Titel erwähnt - dadurch fühle ich mich sehr (")geehrt(") - auch dafür hat der Marcel gesorgt: vielen Dank!!
(( kurzer Applaus ))
Ansonsten habe ich eigentlich nicht allzuviel zu sagen, ich finde es sehr gut, dass es Leute gibt, wie Inge Hannemann, wie Marcel Kallwass, wie Norbert Wiersbin - ich versuche auch ein wenig dazu bei zu tragen - und ich bin erstaunt über die große Nervosität des jobcenters, dass Leute rauswirft, suspendiert und anderweitig abstraft. Ich habe für die Petition von Inge Hannemann ... gegen die Sanktionen - die in der Tat der Giftzahn und der Giftstachel des SGB II sind und absolut unsinnig, unwirtschaftlich und unlogisch sind. Für diese Petition habe ich privat per Mail geworben und für meine Aktion und ich bin bereits vor zwei Jahren aus dem jobcenter herausgebosst worden, bin zurück beim `entsendenden Arbeitgeber ` -und bekomme jetzt für DIESE Aktionen, die ich grad gesagt hab`, für `Email - Reklame ` VOM PRIVATEN RECHNER die Androhung `arbeitsrechtlicher Maßnahmen` !! `Herzlichen Glückwunsch !! `"
... Es geht weiter !"
(( unverständlich - verabschiedend ))
(( Applaus )).






























Kommentare:

  1. Lieber Bruder im Geiste. Ich kann dir gut nachempfinden und das ist leider das schwierige bei unserem Anliegen. Nämlich wirklich besonnene authentische und vor allem geistreiche Mitstreiter zu finden die sich eben nicht in dumpfen Parolen oder selbstherrlichen Ansagen ergötzen sondern sachlich und klar mit Vernunft und Witz ihr Gehör verschaffen. Ghandi, Kennedy, Martin Luther King und viele andere hatten ähnliche Probleme.

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  2. Was ist bis jetzt passiert nichts die Flüchtlinge werden , mit einer Krone empfangen Du wirst zerfleischt das ist keine Gewalt oder das ist nächsten liebe

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