Montag, 28. Juli 2014

Bostrychia rara (IBIS - Nein Danke!)



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Update vorweg:

Nach einigen Email - Wechseln, bei denen ich durchaus "meckerte", aber keine finanziellen Ansprüche erhob, bekam ich von der Chefin, Frau Anke Sauer, folgende Nachricht " ... "Ihre Wünsche habe ich zur Kenntnis genommen und werde Sie in einem Meeting mit meinen Mitarbeitern besprechen und einen Aktionsplan aufstellen." Und: eine Übernachtung wurde mir finanziell zurück erstattet. Das sind immerhin 64,- Euro, von denen ich gern, auf Anregung von Andrè Wiesler,   die Hälfte für ein Kinderhospiz spende. Ich wählte dieses hier:
 http://www.kinderhospiz-sterntaler.de/

Und hier der Beleg:



Dazu sage ich: na, also! Man kann Fehler machen. Aber man kann auch zu ihnen stehen und es in Zukunft besser machen. Das ist dann anständiges Verhalten!

 
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... worum es seinerzeit ging - siehe hier:


Bostrychia rara (IBIS - Nein Danke!) 

Von meiner kürzlichen Reise gen Ruhrgebiet, konkret nach Herne, respektive Bochum, hatte ich ja bereits berichtet (18.-20.07.2014).
Allerdings bislang nur von den Zugfahrten hin und auch zurück. Nun aber will ich Euch, liebe Leserinnen und Leser den Rest geben. Also berichten.
Zwei Tage, bzw. Nächte verbrachte ich da zwischendurch natürlich auch irgendwo. Und zwar in einem, nun ja, Hotel, namens Ibis.  Dieses war direkt innerhalb des Gebäude des Hauptbahnhofes Bochum verortet.
Ein vereinzeltes, positives Erlebnis muss ich zu Anfang anführen. Da die bekannte DB mich ja eher schlecht als recht - und vor allem verspätet - ans Ziel gebracht hatte, war ich gut eine Viertelstunde "über der Zeit", die Zimmerreservierung war eigentlich um 19 Uhr bereits "abgelaufen". Dennoch war das Zimmer noch immer frei.
Ich hatte vorsichtshalber mal Kategorie "Raucher" genommen, bei elektrischen Zigaretten ist das ja immer so eine Streitfrage.
Auch das klappte aber alles. Zunächst.
Ich ging in mein Zimmer, packte ein wenig aus und machte mich dann auf, in der Innenstadt ein Internetcafe, ein Noggereis, sowie ein paar "Pommes ohne Alles" zu suchen und zu finden. Erfreulicher Weise gelangen all` diese Vorhaben tatsächlich - wobei ich allerdings doch so einige Meter zu laufen hatte, was nach der enervierenden Zugfahrt nicht unbedingt einen Zusatzgenuß darstellte.
Nun, gleichwohl, wie sagte ein früherer Chef von mir immer gern: "Jeder Gang - macht schlank!"
Das "Abenteuer Ibis" nahm dann aber bei meiner Rückkehr nach und nach seinen Lauf. Ein wenig alt war das Gebäude und auch sein Inneres. Auch ein wenig schmuddelig, das kann man durchaus so sagen. Es mag ja sein, dass "Standardstellen" in den Zimmern regelmäßig geputzt werden ... aber wenn da mal 5 Zentimeter nebendran häßliche Flecken waren - fühlte sich offenbar niemand berufen ... Gut, dann putzt man halt selbst mal schnell drüber ...
Als ich eintraf, bemerkte ich zufällig in einem Nebenraum einen flimmernden Computer. Auf Nachfrage hieß es dann, ja da könne man kostenfrei ins Internet. Ah, ja. Das Internetcafe hätte ich demnach nicht suchen und zahlen müssen ... Schade, dass es in den Broschüren, etc. keinen Hinweis darauf gab, das hätte mir dann doch dieses und jenes erspart.
Gut, wie ich später feststelle, saß man am PC - Tisch des Hotels neben Zementtüten und aufeinander geklappten Tischen (es wurde nämlich gerade verschiedentlich renoviert). Weiters war eine gute Verbindungsgeschwindigkeit eher weniger gegeben. Und: es erschienen große Warnhinweise alle 15 Minuten werde man automatisch ausgelogged und alles gelöscht. Aber umsonst war es ja und mir nun auch auf Nachfrage bekannt gemacht. Immerhin.
Ich verfügte mich, müde und angestrengt auf mein Zimmer. Öffnete die Tür. Schaltete das Licht ein. Schaltete das Licht noch einmal ein. Gleichwohl. Goethes letzte Worte ("Mehr Licht!") - wurden hier definitiv nicht und in keiner Weise mehr erhört. Kein Strom. Kein Fernsehen, kein Licht, nirgends.
Hmja.
Ich bewegte meine biologische Hülle wieder zwei Stockwerke tiefer, zum Empfang. Schilderte dort den Sachverhalt. Ein entsprechender Spezialist wurde herbei telefoniert. Dieser begleitete mich dann zu meinem Zimmer, stellte die messerscharfe Analyse: "Hm, kein Licht, wohl Stromausfall!" Um dann mit dem verwehenden Ruf "Zwei Minuten !!" in einem Nebentreppenhaus zu verschwinden.
 Ich wartete im Flur etwa 4 Minuten. Dann begann ich auf und ab zu gehen. Die Schritte dabei zu zählen. Sowie mir Gedanken über die Struktur des Universums im Allgemeinen und aber auch im Besonderen zu machen.
Nach etwa 10 Minuten ging es dann abwärts. Also ich ging abwärts. Zum Empfang. Den Weg kannte ich ja nun schon.
Dort schilderte ich den Sachverhalt. Die Dame rief den Spezialisten an. Legte wieder auf. Und berichtete mir, dieser habe nachgeschaut, keine Störungsursache gefunden und sei dann halt wieder woanders hin gegangen.
 Ich äußerte die Ansicht, dass ich den Ablauf bislang als nicht optimal empfinde. Nun hieß es, dass ich natürlich ein anderes Zimmer bekäme. Und man lieh mir sogar eine große Taschenlampe, damit ich meine ausgepackten Sachen alle fände.
Hiermit gewappnet, machte ich mich ans Werk. Licht gab es natürlich immer noch nicht, ich nahm erst einmal alle großen Taschen auf und trug sie ins neue Zimmer. Kategorie "Raucher" hatte es nicht mehr gegeben. Die neue Lage war zu den Schienen raus und die linke Übergardine ließ sich ein wenig hängen - so auf die Breite von 4 - 5 Häkchen, schätze ich. Aber: es gab Licht, TV und überhaupt. Ok.
Noch einmal ins alte Zimmer, den Rest mit Taschenlampe zusammengesucht und rüber damit. Ich öffnete die Tür. Nein. Ich versuchte sie zu öffnen. Plastikkärtchen links rum, rechts rum, vorwärts rückwärts ... kein Effekt. Hmmmm. Sollte ich die Kärtchen verwechselt haben? Eigentlich unmöglich. Aber gut. ... links rum, rechts rum, vorwärts, rückwärts ... auch hier keinerlei Effekt!
Ein wenig mental beansprucht und emotional irritiert ging ich nochmals zurück zum alten Zimmer, um vorsichtshalber auch DORT noch mal beide Kärtchen auszuprobieren. Die von der es zu erwarten war -funktionierte. Schier automatisch öffnete ich die Tür und noch automatischer drückte meine Hand auf den Lichtschalter an der Tür ... "Und es ward Licht!!"
 Ich erstarrte in der Bewegung. Und dachte dann etliche Sekunden möglichst konzentriert nach. Mein wichtigstes Reisegepäck in einem anderen Zimmer eingesperrt ... hier jetzt wieder Licht ... etc. pp.
Ich ging, mit dem verbliebenen Teil meiner Sachen in Richtung ... na, ja, man weiß es schon, nicht wahr?
Dort legte ich mich, mit gespielter Lässigkeit, halb über den Tresen, blickte der zuständigen Dame gerade in die Augen und sprach mit leicht klirrender Stimme: "Hören Sie! Ich finde ja Fernsehformate wie `Versteckte Kamera` und ähnliche auch sehr wichtig und gut und lustig und so. Aber - könnten wir jetzt BITTE da einen Schnitt machen?! Ich bin nämlich WIRKLICH müde und abgespannt!"
Überraschender Weise stritt die Hoteldame die Anwesenheit von Kamerateams ab und frug sogar im Gegenteil danach, wie ich denn auf so etwas überhaupt käme.
 Ich erläuterte es ihr nachdrücklich. Tatsächlich konnte sie dies zumindest teilweise nachvollziehen.
Mit dem Licht da habe man dann irgendwie doch noch etwas gefunden und behoben. Und mit dem Zimmer ... da folgte nun eine komplizierte, umfassende Erklärung, die etwas mit der "Kartenprogrammierung" und Freischaltung zu tun hatte. Es lief darauf hinaus, dass sie die Karte für das neue Zimmer für nur genau einmalige Nutzung freigeschaltet hatte. Ich beschloss innerlich, dass ich nicht jedes Detail verstehen und nachvollziehen müsse und beschränkte mich auf das Konkrete.
Immerhin merkte ich noch an: "Ah ja. So, so. Aber wissen Sie, was schön gewesen wäre? Wenn Sie mir das einfach vorher GESAGT hätten. Dann hätte ich es nämlich gewußt." Die Nacht-Concierge dachte etliche Sekunden intensiv nach. Dann glitt das Leuchten einer Erkenntnis über ihr Antlitz. "Ja, wissen Sie", so sprach sie dann "das war dann nämlich mein Fehler!"
Ah ja. Die Vervollkommnung des Menschengeschlechts macht unaufhaltsame Fortschritte. Auch in Punkto Selbsterkenntnis, usw.!
Ich hatte es nun wirklich langsam eilig und wollte meine Ruhe. Ich vergewisserte mich mühsam beherrscht, dass mutmaßlich das Licht im neuen Zimmer die Nacht über defektfrei bleiben würde, gab die halb zerrissene Übergardine zu Protokoll und frug mehrfach nach, ob die Karte denn nun so programmiert sei, dass ich sie MEHRMALS benutzen kann. Was mir versichert wurde. Der Unmut quoll mir, trotz Selbstbeherrschung, doch wohl derart aus einigen Poren, dass sich die Hoteldame sogar noch bemüßigt fühlte, mir ein Getränk auf Kosten des Hauses anzubieten. Ich wählte dann eine Cola, Gegenwert 2,30 Euro. Für 0,25 l. Nun ja.
Der nächste Tag.
Am nächsten Tage fuhr ich zu der von mir goutierten Veranstaltung nach Herne hinüber und kehrte von dort gut gelaunt, aber auch müde später in der Nacht zurück. Nun betrat ich mein neues Zimmer - nicht. Denn: die Karte funktionierte nicht.
 Linksrum nicht, rechtsrum nicht, nicht von oben, nicht von unten. Ich ging dann sogleich - na, Sie wissen schon!
Auf die Frage "Warum hassen Sie mich eigentlich?!" bekam ich zwar keine konkrete Antwort. Aber nach einiger Zeit die Erläuterung, ich sei bestimmt selber schuld.
... Weil ich bestimmt die Karte zu nahe bei meinem Handy gelagert hätte. HA. Wusste ich`s doch. Alles Teufelszeug, das mit diesen beweglichen Telefonen! Noch vor 20 Jahren wäre die Sachlage jedem und sofort klar gewesen, wenn ein Mensch unter freiem Himmel, inmitten Anderer plötzlich eine Hand an ein Ohr legte und begänne, in die Luft hinein gestikulierend lauthals zu parlieren! Moderner Schundkram, alles!
Gleichwohl. Ich konnte die Hypothese der Hotelhüterin nicht ohne Weiteres verwerfen - auf derlei hatte ich nicht weiters geachtet. Ich wagte dann den Vorschlag, dass es vielleicht doch äußerst hilfreich für alle Beteiligten sein könnte, auf derlei Gefahren vorab hin zu weisen. Z.b. auf dem Papphüllenschutz des Kärtchens und / oder anderswo.
 Sie dachte eine Zeitlang nach. Zögernd, langsam - dann aber doch entschlossener ertönte dann die Zustimmung von ihr: "Ja, ... ja. Das - könnte tatsächlich - eine Anregung sein."
Meine Karte wurde dann reprogrammiert und ich konnte die Nacht nun einigermaßen normal verbringen. (Allerdings hatte ich natürlich vordem vorsichtshalber mehrfach die Tür geöffnet und wieder verschlossen.)
Am nächsten Tag war Abreisetag und ich packte dann auch gleich alles zusammen, um nach dem Frühstück sofort die Flucht antreten zu können.
Tja. Das Frühstück ... Am Vortag war ich früher dagewesen, hatte für meine jeweils 10,- Euro in der recht knappen Auswahl aber nicht wirklich allzuviel für mich gefunden. Immerhin war ich am Vortag aber nicht irgendwie behelligt worden.
Ich war relativ spät dran und für mich gab es nun wirklich nicht mehr viel. Na ja, ich wollte ja auch schnell weg. Ich angelte mir eine Scheibe trockenes Weißbrot und ließ mir eins der winzigen Gläser mit etwas Mineralwasser voll laufen. Das eine in der linken Hand, das andere in der Rechten stand ich bereits und war auf dem Sprung. Nun näherte sich aber eine schnippische junge Dame, die ultimativ verlangte, meine Zimmerkarte, respektive die Nummer zu kontrollieren. Das würde jeden Tag und immer so gemacht! Was nicht stimmt. Am Vortag gab`s das zumindest nicht ...
Mehr gibt es nicht zu berichten. Ich warf nur noch das Schlüssel-Kärtchen auf den Tresen und sagte: "Den Rest lesen Sie im Internet."
Wozu ich hiermit denn auch Gelegenheit gebe.
Konkrete Nutzanwendung: IBIS - Hotel im HBF Bochum - keine gute Wahl! Wenn irgend möglich meiden!"
Dank für die Aufmerksamkeit und
mfG 
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 
67063 Ludwigshafen

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