Donnerstag, 16. April 2015

Auf Recht bestehen - 10 Jahre Hartz IV Gesetze sind genug! #FFM


Auf Recht bestehen - 10 Jahre Hartz IV Gesetze sind genug! #FFM 



So war es angekündigt:

"Kundgebung/Straßenfest: Frankfurt, 16. April 2015, 10:30 Uhr auf der Fischerfeld- straße zwischen Bundesagentur für Arbeit und SPD - Parteigeschäftsstelle"



(Frankfurt: 
Sitz auch des Bankenviertels und der ECB / EZB:)





Veranstalter_innen waren Anette Ludwig, Bernhard Schülke und Nico Michael Henes.


Kampagnenpartner/Unterstützer: siehe unter den Fotos am Ende.

Mein Fazit

Eine gute, vielfältige Veranstaltung, mit Informationen, klaren Ansagen diverser Organisationen und auch von einigen Parteien (LINKE, PIRATEN).





Live - Musik und solche vom Band, eine freundliche und gute Moderation von Anette Ludwig, konkrete Gespräche mit der SPD und dem tatsächlich kurz aus der Deckung gekommenen Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt (als Vertreter der Gesellschafterversammlung), Herrn Karl-Heinz Huth. Ihm wurde u.a. die "Charta der Selbstverständlichkeiten" (siehe Fotos) überreicht, mit der dringenden Bitte, hierzu innerhalb von 7 Tagen Stellung zu beziehen. Eine sofortige Unterzeichnung (wie etwa bei Eingliederungsvereinbarungen im Hartz IV völlig üblich, lehnte er völlig überraschender Weise ab).











Verlierer: unter anderem der hr (Hessischer Rundfunk)

Verlierer waren m.E. Teile (!) von verdi, die sich distanzierten, da es bei solchen Aktionen ja "gegen die Beschäftigten in den jobcentern geht". Was, mit Verlaub, Unsinn ist. Hartz IV, ALG II, das SGB II und allererst die unwürdigen Sanktionen sind die Stoßrichtung! Was auch völlig unmissverständlich von der Moderatorin Anette Ludwig zu Anfang erläutert wurde. 

Größter Verlierer war, dem mehrfachen Vernehmen nach, der hr (Hessischer Rundfunk).


Zunächst mit Berichterstattern und Kameras angetreten, hieß es etwas später: "Nö, ... zu wenig Teilnehmer. Da bringen wir nichts!"


Ja, na klar!!
Warum denn auch!


Es geht ja nun wirklich nur um Masse, nicht um Klasse.

Es geht nicht etwa um wichtige, teils existenzielle (!) Themen für Millionen Menschen. Es geht nicht um Informationen, nicht um Stellungnahmen wichtiger gesellschaftlicher Gruppen und Parteien. Nicht um besondere, konkrete Aktionen, wie das Strassen - Gespräch mit dem Vorsitzende der Geschäftsführung, etc. pp. Und einen öffentlichen Auftrag zur Information habt ihr ja auch nicht. Oder?


Wahrscheinlich nicht. MASSE zählt. Nichts sonst. Wo kämen wir denn da hin ...!


Hier mal die website des hr:

http://www.hr-online.de/website/index.jsp

... und hier die Mailadresse dieses Öffentlich - rechtlichen Senders:
...
Ach nein, die gibt es ja gar nicht.

Da hat man leider keine angegeben ... 
* schaut pfeifend auf seine Fingernägel * 

Immerhin - hier ein "Kontaktformular":


http://www.hr-online.de/website/derhr/home/index.jsp?rubrik=1846


Teilnehmer_innen - Zahlen

Waren viele Leute da?
Ich sage ja! Deutlich mehr, als beim vorherigen Male.
Insgesamt sicher 100, in der Spitze ca. 70.
Das ist vergleichsweise wenig, richtig. Und führte auch diesmal wieder zu Diskussionen mancherorts.
Wie immer bei solchen Gelegenheiten, möchte ich zu bedenken geben:

a) Hartz IV ist 10 Jahre alt. Viele Menschen sind mittlerweile hoffnungslos und (völlig) resigniert.

b) Eine gewisse Fraktion hat sich bereits ziemlich radikalisiert. Auch diese fehlt auf solchen Veranstaltungen. Hilflosigkeit hat sich in blinde Wut deformiert, ergeht sich in Gewaltphantasien und sonst nur noch wenig und lähmt letztlich die Betroffenen.

c) So seltsam es heutzutage manchem erscheinen mag - nicht JedeR hat Geld für einen PC und einen Internet - Anschluss, oder eine Tageszeitung. Wirklich! D.h. - viele WISSEN nicht von den konkreten Terminen.

d) Viele Menschen haben schlicht ANGST, teilzunehmen, befürchten weitere Nachteile, wenn sie gesehen oder erkannt werden.

e) Fahrkosten. Wer nicht aus dem unmittelbaren Umfeld kommt - für den sind selbst 2 x 2,75 Euro für eine Stadtfahrkarte echtes GELD! Ja, wirklich. (Geschweige denn, man wohnt noch weiter weg.) Hartz IV bedeutet weniger als 400,- Euro im Monat. Minus Stromkosten. Für Alles. So ist das.

f) Sonstige Gründe. Wozu auch eigene Krankheiten verschiedenster Art gehören, andere Notfälle, Termine, etc. pp.

Selbstverständlich ist jede Teilnehmerin, ist jeder Teilnehmer zusätzlich sehr wichtig und ein Gewinn!

Es muß motiviert werden! Aber wir "Aktiven" müssen Geduld und Verständnis haben - und das Richtige tun - weil es eben das Richtige ist!


Persönliches


Ich, Burkhard Tomm-Bub, hatte den Vorzug gegen Ende auch noch kurz meine Solidarität gegenüber den Inhalten aller an diesem Tage geäußerten Kritikpunkte erklären zu dürfen, als Ex - Fallmanager aus einer Stadt, "deren Name nicht genannt werden darf". Von mir. Aber immerhin! :-)

Auch von meinem Flugblatt "JOBCENTER - Aufruf vorm Spiegel zu verweilen!" konnte ich ca. 35 Stück sinnvoll verteilen, eines davon in den Briefkasten der betreffenden Agentur für Arbeit Frankfurt und eines gar persönlich zu Händen von Herrn Huth. 







Gegen die Sanktionen!

Hartz IV muss weg!


MfG
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 
(Mitglied keiner Sekte, Kirche, noch Partei)


P.S.: 
Hier nun noch die weiteren Fotos, meinerseits vollständig freigegeben für alle nichtkommerziellen Zwecke, Vergrößerung durch anklicken.




























































Die Kampagnenpartner/Unterstützer der Aktion:

Arbeitsgemeinschaft Frankfurter Erwerbslose in Aktion im Kreisverband Frankfurt/M..
der LINKEN (AG FELIA); Arbeitskreis Christy Schwundeck; Arbeitskreis Soziales der Piratenpartei Hessen; Café 2Grad, Frankfurt; Frankfurter Arbeitslosenzentrum e. V. (FALZ); Fraktionen DIE LINKE. in den Stadtparlamenten der Städte Frankfurt/M. und Offenbach; Initiative für soziale Gerechtigkeit e. V., Wiesbaden; Initiativgruppe Bedingungsloses Grundeinkommen Frankfurt Rhein-Main; M.A.I. Metaller-Arbeitslosen-Initiative der IG Metall Frankfurt/ M.; Rotes Netzwerk 



 * * * 

... zusätzlich einige Fotos, mit freundlicher Erlaubnis:









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