Samstag, 11. April 2015

Wichtig, wichtig! DIE PARTEI!

- Vorgeschichte:
Ein online - Magazin begehrte die kostenlose Erstellung eines Artikels mit dem unten abgebildeten Titel. Hinweise zum inneren Aufbau gab es nur sehr spärlich.
So schrieb ich, wie es mir gefiel. Der Chefredaktion allerdings nicht. Zu der detailliert erläuterten und zeitlich befristeten ausführlichen Umarbeitung hatte ich weder Zeit noch Lust. Daher trat ich zurück.
Und gebe es hier zum Besten:

Warum die Partei Die PARTEI für die politische Landschaft in Deutschland so wichtig ist


Ist sie das? Und wenn ja: warum? DIE PARTEI selbst hätte darauf eine klare und prägnante Antwort: Weil sie sehr gut ist!




Bei den Vorgesprächen zu diesem Artikel begehrte ich zunächst zu wissen, welcher Stil denn für diesen gewünscht sei. 
Darauf hieß es, das sei eigentlich ganz egal, Hauptsache das Endprodukt sei sachlich mit mahnendem Unterton, lockerflockig aber im Kern appellierend, wissenschaftlich - analytisch mit pseudokritischen Seitenhieben, dadaesk mit eingestreuselten Sachinfos, selbstzerfleischend aber mit sublimer Konstruktivität versetzt und vor allem aber eben sehr gut! 

... womit denn eigentlich auch DIE PARTEI schon recht gut beschrieben wäre!

Kein Problem also. 

Doch beginnen wir am Anfang.
Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (kurz Die PARTEI) wurde im Jahre 2004 von Menschen um die Lichtgestalt und jetzigen Abgeordneten des Euro-papa-rlamentes Martin Sonneborn gegründet. Er ist weiterhin Parteivorsitzender und wird unterstützt von wichtigen Menschen wie Thomas Hintner (Generalsekretär, Namensgeber für die Hintnerjugend, die Jugendorganisation der PARTEI) und in Rheinland - Pfalz von Herrn Deniz Y. Dix. (Sorry, letzteren musste ich zwingend erwähnen: er wohnt in meiner Nähe!) 




Wikipedia beschreibt DIE PARTEI etwas trocken und recht verkürzt als "von Redakteuren des Satiremagazins Titanic gegründete, deutsche Partei mit parodistischem Charakter. ... Sie nimmt seit 2005 an Bundestags-, Landtags-, Europa-, Kommunal- und Bürgermeisterwahlen teil."
Die Anzahl der seitdem errungenen Mandate befindet sich mittlerweile denn immerhin auch schon im zweistelligen Bereich!
  


Alle weiteren theoretischen und soziologiehistorischen Einordnungsversuche würden sich als äußerst schwierig darstellen. DIE PARTEI entzieht sich dem in mancherlei Hinsicht. Und dies mutmaßlich durchaus absichtsvoll.

Gänzlich verfehlt wäre die Klassifizierung als Spaßpartei. Zu ernst sind viele der aufgegriffenen Themen, zu scharf und intelligent der Sarkasmus - und überraschend sachlich und humanistisch etliche Kapitel des Parteiprogrammes, in dem unter anderem gefordert wird:

+ eine breit angelegte Kampagne für eine weitreichende Verkürzung der allgemeinen Arbeitszeit bei vollem Lohn- und Gehaltsausgleich,

+ eine gerechte Verteilung der Güter und gleiche Lebenschancen für alle,  

+ eine nachhaltige Reform des Gesundheitswesens, 

+ ein umweltpolitisch engagiertes Agieren, 

+ die Einführung von Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid.

Auch mischen sich Protagonisten dieser Partei durchaus häufig öffentlich unter Demonstrationen und Kundgebungen mit ernstem Anliegen, beispielsweise etwa, wenn es gegen Fremdenfeindlichkeit geht.  




Eine echte Protest - Partei ist DIE PARTEI sicherlich auch nicht. Nicht in dem Sinne, den wir bei derlei bislang gewohnt sind, zumindest. Da ist kein Verbeißen in zwei oder drei Hauptthemen, keine Einengung der Weltsicht und Aktionsformen, etc. 

Keine Spasspartei, keine Protestpartei, keine "richtige" Partei ...
Die Fragestellung lässt einen etwas ratlos zurück. 

Einem intuitiven Verständnis kommt man aber wohl etwas näher, wenn man an einige Slogans und Aktionen der PARTEI zurück denkt.

Da findet sich die Absicht eine Mauer zu bauen: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten. Außer uns.“

2005 "geriet" Die PARTEI in die Schlagzeilen, da sie 25 Sekunden ihrer Wahlwerbezeit in ARD und ZDF oder ersatzweise die Möglichkeit eines Productplacements über einen Spot hinweg über das Auktionshaus eBay zum Verkauf anbot.

2009  wurden Martin Sonneborn und DIE PARTEI mit dem Kulturnews-Award 2009 des Expertenvotings in der Kategorie „Bestes Entertainment 2009“ für „Satire als ernste Antwort auf nicht ernst zu nehmende Politik“ ausgezeichnet.

Unvergessen auch die vehemente Forderung der PARTEI - Kanzlerkandidatin Samira El Ouassil, die strikt verlangte, es müsse „ein Rock durch Deutschland gehen“! 

Erfrischend (oder nicht doch eher erschreckend?) die ehrlichen und transparenten Äußerungen des großen Vorsitzenden Sonneborn in Richtung der breiten und schwankenden WählerInnenschaft. Von bewusstem Populismus verspricht sich Sonneborn, gezielt Wählerstimmen zu gewinnen, und erklärt hierzu: „In der Politik wird heutzutage geäußert, was Stimmen bringt - und das werden wir auch tun!"

Auch eines der neueren Wahlplakate weist in eine ähnliche Richtung: "WIRR ist das Volk!"
(Kommentar einer PEGIDA - Anhängerin: "Hi, hi! Die wissen ja nicht mal, dass man WIR mit einen r schreibt!")

Ähnliche Beispiele lassen sich zuhauf finden - einige dazu auch noch von deutlich subversiverem Charakter.

Was ist nun DIE PARTEI und warum ist sie wichtig?
Ich würde sagen: sie ist ein Stachel im Gesäßfleisch der etablierten Parteien - und aber zeitgleich in selbigem der Wählerinnen und Wähler! Das soll ihr erst mal einer nachmachen ...
Und darum ist sie sehr gut!



(BTB)  

(Fotos: privat / wikipedia)
  


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