Montag, 19. Oktober 2015

Alle Flüchtlinge haben reichlich Geld! #refugees


Alle Flüchtlinge haben reichlich Geld!
- oder -
Einmal Puls 130 täglich soll ja gesund sein...




"Einmal flüchten durch die Welt -
und die Taschen voller Geld ...!"

Dieses Liedchen wurde mir heute völlig unvermutet und an gänzlich unerwartetem Orte "geträllert".
Doch von Anfang an.

Es gibt da ja bei "bestömmten Grroppen" unter anderem die hanebüchene Theorie, es gäbe keinen einzigen Kriegsflüchtling in Deutschland. Sondern nur und ausschließlich Wirtschaftsflüchtlinge und verkappte Al Qaida- und IS - Terroristen.

Und der unschlagbare Beweis dafür sei ja nun schließlich, dass alle diese smartphonebewehrten Herren Flüchtlinge ihre Schlepperbanden ja für teures Geld finanziell befriedigen würden - und derlei sei ja nun wahrlich nicht billig!

 ... 

Richtig ist: die "Festung Europa" mit ihren paranoiden Einreiseverboten begünstigt die Entstehung einer gewissenlosen, überteuerten Schlepper - Industrie. 
In der Heimat, im (Bürger-)Kriegsland - da gibt es darüber hinaus kein Visum - und wenn, dann nach vielen Monaten - sofern überhaupt noch eine funktionierende Bürokratie dafür vorhanden ist!

Das wissen auch Flüchtlinge und darauf können Sie nicht warten. Wirklich nicht.

Richtig ist: nicht nur die Ärmsten fliehen. Auch qualifizierte, berufstätige Menschen werden in manchen Ländern bedroht, gefoltert, Freunde oder Verwandte verschwinden spurlos, etc. ... 

Richtig ist ebenfalls: es gibt auch "Wirtschaftsflüchtlinge". Wir erinnern uns: das sind Menschen, die so gut wie immer im Endeffekt abgeschoben werden. Wer nur vor dem Verhungern flieht, oder vor dem Dahinsiechen der Familie an Krankheiten, die bei uns leicht und schnell behandelt werden könnten - der hat keine Rechte, der muß wieder gehen! Wo kämen wir denn da hin ...

Das war es dann aber auch schon mit dem, "was stimmt".

Eine Flucht dauert etliche Wochen, wenn nicht Monate.
Oft reicht das mühsam zusammen gekratzte Geld nicht für alle Schlepper unterwegs - oder es wurde unterwegs geklaut.
Dann wird, so man noch fähig ist und Glück hat, unterwegs zeitweise gejobbt. Schlechte, illegale Arbeit zum Hungerlohn. Und dann geht es weiter.

Endlich in Deutschland angekommen. 

In Mannheim, am Hauptbahnhof, stiegen schon Menschen an kalten Herbsttagen aus dem Zug, mit den einzigen besessenen Schuhen - einer Art "Badelatschen". Mehr als einmal.  

Viele die ankommen, haben buchstäblich NICHTS mehr. Eine knapp befüllte Plastiktüte unterm Arm. Ende. Nix sonst. 
Gar nix.

Und ja - ich habe auch einem Flüchtling schon mal einen Schein gewechselt. Einen Fünfhunderter...
Also doch! ... Wirklich?

Ja, mancher mag vom letzten "Job unterwegs" noch etwas übrig haben. Mancher nahm mehr als genug mit und hatte tatsächlich das Glück, nicht bestohlen zu werden.

Wer den Wert des Geldes vorher noch nicht so ganz zu schätzen wusste: spätestens auf der Flucht hat er es gelernt!
Man weiß nie, "was noch kommt", man weiß nicht, wie lange das Letzte wirklich reichen muss...!

Gehen wir davon aus, alles klappt soweit in den ersten paar Wochen in D. Die Lage scheint nicht rosig, aber halbwegs stabil.
Mehr als ein Flüchtling wird nun Geld zurück senden. Viele haben ihre Heimat verlassen - und vermissen sie.
Und noch mehr ihre Angehörigen, die sie zurück lassen MUSSTEN.

Und ja: das Gesetz der großen Zahl erzwingt, dass auch einige wenige "Gauner" unter den Flüchtlingen sind.
Wie auch unter den Biodeutschen, Kardinälen, Politikern, hohen Sportfunktionären, etc. pp. 
Da gibt`s das nämlich auch. Ja, wirklich!

Doch zurück zum Anfang.
Ich werde keine Details, geschweige denn Namen nennen. Das ist nicht mein Stil.
Zum Verständnis aber folgendes.

Ich befand mich heute in einer Gruppe, einem Soziotop, welches positiv gegenüber Flüchtlingen eingestellt ist.

Doch plötzlich hörte ich zu meiner maßlosen Verblüffung von einem der Anwesendem, einem sehr wohlsituierten und angesehenem Bürger, das eingangs erwähnte Zitat:

"Alle Flüchtlinge haben reichlich Geld!"

...

Ich will es mal so sagen: da habe ich auf facebook schon Blutsverwandte für deutlich weniger entfreundet.

Dies sind exakt die Sprüche, gegen die ich täglich bei facebook und in anderen Netzwerken anschreibe!

"Wiesoh sin das alles nUR junge Männer !!!!!!"

"Die kriegen hier ale gleich Smartphones geschengt und die DEUTSCHEN nix...!?!"

Etc.

Ich bin es so leid.

Ich vergewisserte mich, dass das kein Scherz sein sollte und teilte dann mit, dass ich mir derlei hier und jetzt nicht anhören müsse.

Darauf wurde mir mit überlegenem Lächeln mitgeteilt, das müsse ich sehr wohl.

0,3 Sekunden später hatte ich selbstverständlich in der einen Hand meine Jacke und in der anderen meine Tasche, war aufgestanden und sagte: "Das werden wir ja sogleich sehen, ob ich das muss!!"

Anhand des guten und wichtigen Gesamtprojektes und der anderen TeilnehmerInnen blieb ich dann aber letztlich doch.
Bin mir aber wahrlich nicht klar, ob ich damit Recht getan habe.

Ich weiß nicht, was bei dieser Person dahinter steckt.
Ist sie ein "Maulwurf"? Steht eine persönliche Antipathie dahinter?
Ich werde das zumindest künftig sehr scharf beobachten.
Und beim nächsten Vorfall / Ausfall - selbstverständlich - meinen Hut nehmen.

Es muss klar sein und bleiben, wofür ich stehe - und wofür nicht.

Dank für die Aufmerksamkeit, das musste ich mal loswerden.

Ach ja - und wer sich ERNSTHAFT für die Thematiken interessiert - 
hier ist eine gute Zusammenstellung der Teilthemen von mir:

http://kopfmahlen.blogspot.de/2015/08/refugees-fluchtlinge-auf-einen-blick.html

MfG
Burkhard Tomm-Bub, M.A.
67063 Ludwigshafen 

P.S.:
Wer derart hahnebüchene Parolen öffentlich in Umlauf bringt: setzt sich selbst IMHO ganz klar in die Pflicht, diese zu belegen und zu beweisen!
In Schriftform. Mit validen Links.
Tut er dies jedoch nicht, muss er seine Worte als das benennen lassen, was sie sind:
fremdenfeindlich! 
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