Samstag, 2. April 2016

BE DEUTSCH persönliche Stellungnahme



BE DEUTSCH! [Achtung! Germans on the rise!] | NEO MAGAZIN ROYALE mit Jan Böhmermann - ZDFneo

https://www.youtube.com/watch?v=HMQkV5cTuoY

- Eine persönliche Stellungnahme -

Gleich vorweg: ich bin Pro!

Zum jetzigen Zeitpunkt (01.04.2016, 20:15 Uhr) hat der Clip auf youtube 1.210.952 Klicks, ca. 39 000 Daumen rauf, ca. 10 000 Daumen runter.

Dies innerhalb eines Tages, ein wirklich großer Erfolg.

Wie ich las, sehen aber Sascha Lobo, einige der Ruhrbarone, etc. diesen Song eher kritisch.
Das ist sicher nicht schwer erklärlich, anhand der inhaltlichen Dichte und der Vielfalt der Botschaften im Clip, primärer und sekundärer.

Daher nun aus meiner Sicht.

Böhmermann führt hier primär vor, dass nicht ein paar blasse, brutale "Wir sind das Volk" - Brüller Deutschland sind. Und dass sie eben NICHT in der Mehrheit sind.
Dagegen setzt er die tatsächlich vorfindbare, gemischte Gesellschaft in unserem Lande.
Da schluckt man im ersten Moment vielleicht ein wenig. Da sind nun wirklich etliche verschiedene Gruppen dabei... einige, die man mag, einige denen man eher neutral gegenüber steht - und einige, die man eigentlich selbst nicht leiden kann.

Perspektivenwechsel.
Der Stil. Ein moderner Musikstil, an Rammstein angelehnt. Damit erreicht man mehr, damit erreicht man andere Menschen, als in Neigungsgruppen in facebook, G+, etc. ...
Das sehe ich als positiv an.
Die Sprache. Englisch mit deutschen Untertiteln. Warum nicht. Sprachliches Verstehen wird so für viele möglich.
Der Sprachstil ist gut verständlich -wird aber ab und an auch ordinär...
Meine Sache: ist derlei eigentlich nicht!
Aber: ICH muss nicht mehr überzeugt werden. Die Zielgruppen sind andere. Nicht zu vergessen auch, dass die Rassisten oftmals noch wesentlich übler agieren, in sprachlicher Hinsicht.
Zudem ist dies nur Mittel zum Zweck, kein Selbstzweck und keine reine Psychohygiene des Autors. Und oft witzig. "Read Kant, cunt!" :-) 

Weiterhin finde ich auch viel Selbstironie in dem Clip. Ja - die vielen Gruppen, die in Wahrheit Deutschland ausmachen: sie werden ernsthaft dargestellt. Aber sie werden auch mit einem Augenzwinkern ironisiert und zwar fast alle.
Pfarrer mit schwarzen Strapsen, Dosenpfand, köstlich "Birkenstocks stomp the ground, ... earth-shattering sound"! :-))

Sascha Lobo kritisiert, dass auch ausländische Potentaten nebenher kritisiert werden und findet, dass hier wieder eine sich überlegen fühlende deutsche Belehrungsattitüde zum Tragen kommt. Das ist nicht völlig falsch. Aber auch nicht ganz richtig, finde ich. Die gezeigten Potentaten SIND zu kritisieren und anzuprangern. Sollte man darauf verzichten, um nur ja nicht als zu "belehrend" empfunden zu werden? Ich denke Nein!

Weiter kritisiert Lobo, dass der Eindruck vermittelt wird, die wirklichen Deutschen hätten den Prozess der Besinnung und Überwindung bereits völlig hinter sich und das sei eben nicht so... Nein, das ist wirklich nicht so, das ist ein langer Prozess, ganz klar.
Aber: das hier eingesetzte psychologische Mittel ist ein etwas kompliziertes, aber bekanntes.
Ein positives, erstrebenswertes Ziel wird als eines dargestellt, welches bereits (vor Kurzem) erreicht wurde. Eben aus dem Grund, Menschen sich weiter dorthin bewegen zu lassen. Eine Abwandlung der self-fulfilling-prophecy, wenn man so will.
Das mag gewagt sein - ich halte es für legitim!

Also: Be Deutsch! :-))




MfG
Burkhard Tomm-Bub, M.A.
- Gutmensch -

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