Montag, 22. Mai 2017

BILD lügt Hartz IV Hetze


BILD lügt!
-Hartz IV Hetze- 


Das, mit wenig Verlaub, Drecksblatt, schlägt heute wieder einmal zu.

Wieder einmal macht sich die Springerpressen-Schabracke über das Thema Hartz IV her.

Man schaue und staune:























Aber mal Punkt für Punkt.

a) Es heißt Arbeitslosengeld II (ALG II), nicht Hartz IV.

b) Die von Euch stillschweigend einbezogenen Leistungen für eine halbwegs "angemessene" Wohnung, sind letztlich von der jeweiligen Kommune stammende Leistungen namens "KdU" (Kosten der Unterkunft). Das jobcenter reicht diese nur weiter.

c) Es gibt nicht "mehr" oder "weniger" Hartz IV! Und auch nicht "am meisten".
Der Satz ist bundesweit einheitlich und exakt gleich hoch. 
Und der hierdurch mit Ach und Krach erreichte (und stets sanktionsbedrohte!) Standard desgleichen.  

Die Erläuterung dazu für die eher schlichten Gemüter:

Das liegt eben an den "angemessenen Kosten der Unterkunft". Die sind überall sehr knapp kalkuliert und reichen oft nicht aus. 
Aber die entsprechenden Sätze sind in Münchner Vororten halt eben doch ein "bisschen"  höher, als in Essen Kray-Nord. 
Wie anders sollte das geregelt sein?
Für den Preis einer 2 Zimmer-Wohnung in Duisburg-Marxloh bekäme man im schönen Stuttgart ganz sicherlich nur eine einzelne, kleinere Besenkammer vermietet. Was für 2 Personen (oder mehr) ganz sicherlich nicht wirklich ausreichen kann. 

Doch es geht noch weiter. 

d) Wie heißt es hier?

"Je mehr Personen dem Hartz-Haushalt angehören, umso mehr zahlen die Jobcenter."

Präzise genommen stimmt exakt das Gegenteil!
Der individuelle Regelsatz-Anspruch ist bei Zusammenlebenden in einer "BG" (Bedarfsgemeinschaft) GERINGER. 
Und: das Jobcenter / die Kommune spart ein weiteres mal dadurch, dass eine etwas größere Wohnung immer noch deutlich preiswerter ist, als zwei kleine...!


e) Was darf nicht fehlen? Richtig!
Das Aufhetzen benachteiligter Bevölkerungsgruppen gegeneinander.

So heißt es hier:
"Bei Partnern mit mindstens (sic!) einem Kind gibt es im Schnitt 1464 Euro - und damit fast so viel, wie voll arbeitende Geringverdiener nach Abzug von Sozialbeiträgen haben."

Selbst wenn das vollständig so stimmen WÜRDE...
Wird hier noch immer ein Fehlschluß suggeriert.

Nicht etwa die "Hartzler" haben zuviel, ganz sicher nicht!
Sondern die Geringverdiener: haben deutlich zu wenig!

Pfui Deibel, Hetzblatt BILD!

Gruß
Burkhard Tomm-Bub, M.A.
- Ex - Fallmanager im jobcenter -  

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