Montag, 1. Mai 2017

De Maizières Zehn - Punkte - Plan REPLIK



De Maizières Zehn - Punkte - Plan

((Eines mal vorneweg: sprechen Sie bitte NICHT per "Wir". Für MICH sprechen Sie nicht, da haben Sie mich nicht um Erlaubnis gefragt vorher, mein Herr!))


1. Gesicht zeigen

"Wir legen Wert auf einige soziale Gewohnheiten, nicht weil sie Inhalt, sondern weil sie Ausdruck einer bestimmten Haltung sind: Wir sagen unseren Namen. Wir geben uns zur Begrüßung die Hand. Bei Demonstrationen haben wir ein Vermummungsverbot. "Gesicht zeigen" – das ist Ausdruck unseres demokratischen Miteinanders. Im Alltag ist es für uns von Bedeutung, ob wir bei unseren Gesprächspartnern in ein freundliches oder ein trauriges Gesicht blicken. Wir sind eine offene Gesellschaft. Wir zeigen unser Gesicht. Wir sind nicht Burka."

(( Ist das so? Meinen Namen sage ich nicht unaufgefordert Jedem. Nur wenn ich will oder muss. Zum "Hände geben" als Bestandteil der toitschen Leitkultur:
Wenn mir jemand die Hand reicht, gebe ich einen Händedruck, klar. Denn diese Geste ist i.d.R. positiv gemeint. 
Ich selbst mag das aber eigentlich nicht. Es ist nicht hygienisch und soll von der Entstehungsgeschichte her eigentlich nur beweisen, dass man keine verborgenen Waffen in den Händen hat. Viel näher ist mir die Namaste - Geste und erst recht die arabische Grußgeste des kurzen Berührens von Herzgegend, Mund und Stirn.
"Mein Herz, meine guten Worte und Gedanken mögen mit Dir sein!"
(Heute meist in "abgeschliffener" Form zu sehen id est ein kurzes berühren der Herzgegend, danach geht die Hand ein wenig in Richtung des Gegrüßten.) Wieviel Promille der Bevölkerung tragen Burka? Sehr wenige. Daher: ist diese harsche Ablehnung an dieser Stelle wirklich vonnöten? Vermummungsverbot? Ich sah viele Vermummte. Zum Beispiel bei einer Demonstration in Frankfurt/Main. Die richtete sich gegen ein Demonstrationsverbot. Da gab es bei den Demonstranten zwar so gut wie keine Vermummten. Bei den Polizei - Hundertschaften, die uns an der Paulskirche einkesselten, waren aber fast alle vermumt! )) 


2. Bildung

"Wir sehen Bildung und Erziehung als Wert und nicht allein als Instrument. Schüler lernen – manchmal zu ihrem Unverständnis – auch das, was sie im späteren Berufsleben wenig brauchen. Einige fordern daher, Schule solle stärker auf spätere Berufe vorbereiten. Das entspricht aber nicht unserem Verständnis von Bildung. Allgemeinbildung hat einen Wert für sich. Dieses Bewusstsein prägt unser Land."

(( Tatsächlich? Wird nicht unser Land vielmehr von Materialismus, Konsum, Leistungsfixiertheit und Konkurrenzdenken dominiert? Und wieviel "Bildung" den leider zahlreichen Herrschaften Rechtsradikaler beigebracht wurde: um das zu erfahren, braucht man nur in facebook lesen, oder ihren Parolen lauschen! ))


3. Leistung

Wir sehen Leistung als etwas an, auf das jeder Einzelne stolz sein kann. Überall: im Sport, in der Gesellschaft, in der Wissenschaft, in der Politik oder in der Wirtschaft. Wir fordern Leistung. Leistung und Qualität bringen Wohlstand. Der Leistungsgedanke hat unser Land stark gemacht. Wir leisten auch Hilfe, haben soziale Sicherungssysteme und bieten Menschen, die Hilfe brauchen, die Hilfe der Gesellschaft an. Als Land wollen wir uns das leisten und als Land können wir uns das leisten. Auch auf diese Leistung sind wir stolz.

(( Dann fordern Sie mal schön. Niemals werde ich DESHALB Leistung erbringen. Für mich hat JEDER Mensch einen gleichen und unveränderbaren Wert, egal wieviel oder wie wenig er zum Wirtschaftswachstum beiträgt! Wenn es um soziales  oder um Hilfe geht, fällt bei Ihnen auffällig oft das Wort "auch". Eine Abwertung! Und warum sind Sie "auch" darauf stolz? Weil wir uns das als Land "leisten" können... Aha. Wissen Sie. Ich denke, derlei HAT sich ein Land gefälligst vor allem Anderen leisten zu können! )) 



4. Traditionen

Wir sind Erben unserer Geschichte mit all ihren Höhen und Tiefen. Unsere Vergangenheit prägt unsere Gegenwart und unsere Kultur. Wir sind Erben unserer deutschen Geschichte. Für uns ist sie ein Ringen um die Deutsche Einheit in Freiheit und Frieden mit unseren Nachbarn, das Zusammenwachsen der Länder zu einem föderalen Staat, das Ringen um Freiheit und das Bekenntnis zu den tiefsten Tiefen unserer Geschichte. Dazu gehört auch ein besonderes Verhältnis zum Existenzrecht Israels.

((Aha. Frieden... deshalb exportieren wir Unmengen an Kriegswaffen. Und durch das Verhältnis zur Geschichte (Kolonialismus) erklärt sich auch unser heutiges Luxusleben auf Kosten der Länder der Dritten Welt. Klar. ))


5. Kultur

Wir sind Kulturnation. Kaum ein Land ist so geprägt von Kultur und Philosophie wie Deutschland. Deutschland hat großen Einfluss auf die kulturelle Entwicklung der ganzen Welt genommen. Bach und Goethe "gehören" der ganzen Welt und waren Deutsche. Wir haben unser eigenes Verständnis vom Stellenwert der Kultur in unserer Gesellschaft. Es ist selbstverständlich, dass bei einem politischen Festakt oder bei einem Schuljubiläum Musik gespielt wird. Bei der Eröffnung eines großen Konzerthauses sind – wie selbstverständlich – Bundespräsident, Vertreter aus Regierung, Parlament, Rechtsprechung und Gesellschaft vor Ort. Kaum ein Land hat zudem so viele Theater pro Einwohner wie Deutschland. Jeder Landkreis ist stolz auf seine Musikschule. Kultur in einem weiten Sinne, unser Blick darauf und das, was wir dafür tun, auch das gehört zu uns.

((Ja sicher. Bach und Goethe waren Deutsche. William Shakespeare, Khalil Gibran, Molière, Marcel Proust, Charles Dickens, Rumi, Mark Twain, Fjodor M. Dostojewski, Leo N. Tolstoi, George Orwell, Albert Camus, Homer, Horaz, Rainer Maria Rilke, Simone de Beauvoir, Anton Tschechow, James Joyce, Robert Musil, Honoré de Balzac, Stendhal, Dante Alighieri, E. T. A. Hoffmann, William Faulkner, etc. waren das zum Beispiel nicht. Um nur einmal ein paar Schriftsteller*innen zu nennen. 
Dass es schöne, große (subventionierte) Konzerthäuser gibt, ist ja nett. Der gemeine Bürger hat davon allerdings nicht viel...
"Es ist selbstverständlich, dass bei einem politischen Festakt oder bei einem Schuljubiläum Musik gespielt wird". Aha. Das ist in anderen Ländern also in der Regel nicht der Fall? So, so. )) 


6. Religion

In unserem Land ist Religion Kitt und nicht Keil der Gesellschaft. Dafür stehen in unserem Land die Kirchen mit ihrem unermüdlichen Einsatz für die Gesellschaft. Sie stehen für diesen Kitt – sie verbinden Menschen, nicht nur im Glauben, sondern auch im täglichen Leben, in Kitas und Schulen, in Altenheimen und aktiver Gemeindearbeit. Ein solcher Kitt für unsere Gesellschaft entsteht in der christlichen Kirche, in der Synagoge und in der Moschee. Wir erinnern in diesem Jahr an 500 Jahre Reformation.
Für die Trennung der christlichen Kirchen hat Europa, hat Deutschland einen hohen Preis gezahlt. Mit Kriegen und jahrhundertelangen Auseinandersetzungen. Deutschland ist von einem besonderen Staat - KirchenVerhältnis geprägt. Unser Staat ist weltanschaulich neutral, aber den Kirchen und Religionsgemeinschaften freundlich zugewandt. Kirchliche Feiertage prägen den Rhythmus unserer Jahre. Kirchtürme prägen unsere Landschaft. Unser Land ist christlich geprägt. Wir leben im religiösen Frieden. Und die Grundlage dafür ist der unbedingte Vorrang des Rechts über alle religiösen Regeln im staatlichen und gesellschaftlichen Zusammenleben.

(( Richtig, noch immer sind 59% der Bevölkerung Christen. Und klar, die Kirchen betreiben Kitas und Altenheime, etc. Gut, das es diese Einrichtungen gibt. Als "Tendenzbetriebe" dürfen dort allerdings etliche Arbeitnehmer*innen  -  Rechte der Mitarbeiter*innen beschnitten werden. Und finanziert werden sie stark überwiegend vom Staat, aus Steuergeldern! "Freundlich zugewandt" heißt das bei Ihnen. Und "neutral". Ach so. )) 


7. Zivilkultur

Wir haben in unserem Land eine Zivilkultur bei der Regelung von Konflikten. Der Kompromiss ist konstitutiv für die Demokratie und unser Land. Vielleicht sind wir stärker eine konsensorientierte Gesellschaft als andere Gesellschaften des Westens. Zum Mehrheitsprinzip gehört der Minderheitenschutz. Wir stören uns daran, dass da einiges ins Rutschen geraten ist. Für uns sind Respekt und Toleranz wichtig. Wir akzeptieren unterschiedliche Lebensformen und wer dies ablehnt, stellt sich außerhalb eines großen Konsenses. Gewalt wird weder bei Demonstrationen noch an anderer Stelle gesellschaftlich akzeptiert. Wir verknüpfen Vorstellungen von Ehre nicht mit Gewalt.

(( Es "stört" Sie also tatsächlich, dass Flüchtlingsheime brennen und Flüchtlingsfamilien angepöbelt werden. Wie nett. Ist ja schon mal was...  Gewalt wird nicht gesellschaftlich akzeptiert? Haben Sie da nicht was vergessen? Nennt sich "Gewaltmonopol des Staates". Sieht man immer mal wieder live bei Demonstrationen von Linken, oder angeblich Linken. Oder wenn die Aufmärsche der Rechtsradikalen vor den bösen Gegendemonstranten geschützt werden "müssen"...  P.S.: Sie schreiben da auch noch: "Wir akzeptieren unterschiedliche Lebensformen"  - außer es geht ums Burkatragen, gell? * Zwinkersmiley * ))  


8. Aufgeklärter Patriotismus

Wir sind aufgeklärte Patrioten. Ein aufgeklärter Patriot liebt sein Land und hasst nicht andere. Auch wir Deutschen können es sein. "Und weil wir dies Land verbessern, lieben und beschirmen wir‘s. Und das liebste mag‘s uns scheinen, so wie andern Völkern ihrs, so heißt es in der Kinderhymne von Bert Brecht. Ja, wir hatten Probleme mit unserem Patriotismus. Mal wurde er zum Nationalismus, mal trauten sich viele nicht, sich zu Deutschland zu bekennen. All das ist vorbei, vor allem in der jüngeren Generation. Unsere Nationalfahne und unsere Nationalhymne sind selbstverständlicher Teil unseres Patriotismus: Einigkeit und Recht und Freiheit.

(( Ich liebe KEIN Land. Liebe ist ein Gefühl, das Lebewesen vorbehalten bleiben muß. So kann ich einen anderen Menschen lieben, die Natur, u.ä. Aber kein abstraktes Konstrukt wie ein "Land"! Bleiben Sie mir bitte so fern als irgend möglich, mit Ihrem "Patriotismus"! Und mißbrauchen Sie bitte nicht Brecht für die Verteidigung Ihre skurrile Vorstufe des Nationalismus! ))


9. Teil Europas

Unser Land hatte viele Zäsuren zu bewältigen. Einige davon waren mit Grundentscheidungen verbunden. Eine der wichtigsten lautet: Wir sind Teil des Westens. Kulturell, geistig und politisch. Die NATO schützt unsere Freiheit. Sie verbindet uns mit den USA, unserem wichtigsten außereuropäischen Freund und Partner. Als Deutsche sind wir immer auch Europäer. Deutsche Interessen sind oft am besten durch Europa zu vertreten und zu verwirklichen. Umgekehrt wird Europa ohne ein starkes Deutschland nicht gedeihen. Wir sind vielleicht das europäischste Land in Europa – kein Land hat mehr Nachbarn als Deutschland. Die geografische Mittellage hat uns über Jahrhunderte mit unseren Nachbarn geformt, früher im Schwierigen, jetzt im Guten. Das prägt unser Denken und unsere Politik.

(( Aha. Was ich mir wünschen würde: ein SOZIALES Euro. Auf Kriegsbündnisse mit der NATO kann ich verzichten. Auf Herrn Trump und Co. ebenso. Nur verdeckt geäußert, aber dennoch vorhanden: ihre Abgrenzung gegen alles, was nicht Europa oder USA ist. Das halte ich für unnötig und falsch. )) 


10. Kollektives Gedächtnis

Wir haben ein gemeinsames kollektives Gedächtnis für Orte und Erinnerungen. Das Brandenburger Tor und der 9. November sind zum Beispiel ein Teil solcher kollektiven Erinnerungen. Oder auch der Gewinn der Fußballweltmeisterschaften. Regionales kommt hinzu: Karneval, Volksfeste. Die heimatliche Verwurzelung, die Marktplätze unserer Städte. Die Verbundenheit mit Orten, Gerüchen und Traditionen. Landsmannschaftliche Mentalitäten, die am Klang der Sprache jeder erkennt, gehören zu uns und prägen unser Land. (Quelle: dpa/BamS)

(( Ich verachte sowohl Fußball, Sport, inklusive siegfixierter Dopingveranstaltungen, als auch psychohygienische und kommerzialisierte Veranstaltungen wie Karneval und Volksfeste. Wer das braucht, meinetwegen. Aber gefallen muss mir das nicht und befürworten muss ich das auch nicht. Und zu meiner kollektiven Erinnerung, zu meiner Kultur, oder sonstwas gehört es mal auf gar keinen Fall! Auch zu Ihren "LandsMANNschaftlichen" Ausführungen, etc. ließe sich noch einiges sagen. Aber lassen wir das. ))

Gruß
Burkhard Tomm - Bub, M.A. 
 -  Mensch und Weltbürger  -  

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c1/Verteidigungsminister_auf_%C3%9Cberraschungsbesuch_in_Afghanistan.jpg

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