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Freitag, 23. Januar 2026

ICD-11 JETZT! – Warum Frauen sich weitere Verzögerungen nicht leisten können!

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ICD-11 JETZT! –
Warum Frauen sich weitere Verzögerungen nicht leisten können!


Ich bin ein Mann. Ein weißer, alter Mann noch dazu. Ein cis Mann.

Darf ich überhaupt dieses Thema aufgreifen und mich äußern?
Vielleicht nicht.
Ich habe es aber getan – und nehme Kritik, Anregungen, Ergänzungen etc. gern als Ergänzung nachträglich mit auf! Als anonymen Beitrag, mit vollem (Organisations-)Namen, oder wie auch immer gewünscht.
Es gibt drei Versionen. Jede ist vollständig gemeinfrei / copyrightfrei!
MfG Tom

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1)

ICD-11 jetzt! – Warum Frauen sich die weitere Verzögerung nicht leisten können! 
Die verzögerte Einführung der ICD-11 ist kein technisches Detail. Sie ist eine Frage von Gleichstellung, Gerechtigkeit und Schutz vor struktureller Benachteiligung.

Frauen erkranken häufiger an chronischen, komplexen Erkrankungen wie ME/CFS, chronischer Borreliose oder Long COVID. Gleichzeitig werden ihre Symptome bis heute systematisch bagatellisiert, psychologisiert oder fehlklassifiziert. Die ICD-10 trägt zu diesem Problem bei – die ICD-11 könnte es entschärfen.

Die Folgen der Verzögerung sind real und geschlechtsspezifisch:

  • Frauen verlieren Jahre ohne gesicherte Diagnose.

  • Sie verlieren Einkommen, Rentenpunkte und finanzielle Unabhängigkeit.

  • Sie geraten schneller in Abhängigkeit von Partnern oder Angehörigen.

  • Sie tragen zusätzliche Belastungen durch unbezahlte Care-Arbeit – auch krank.

Besonders hart trifft es Alleinerziehende und Frauen, deren Erkrankung in jungen Jahren beginnt. Was fehlt, ist nicht Durchhaltewillen – sondern ein System, das sie ernst nimmt.

Dass körperliche Erkrankungen von Frauen noch immer reflexhaft als „psychisch“ eingeordnet werden, ist kein individuelles Fehlurteil. Es ist ein strukturelles Problem. Die fortgesetzte Verzögerung der ICD-11 verlängert genau diesen Zustand.

Gleichstellung endet nicht bei Paragrafen und Leitbildern. Sie zeigt sich dort, wo Gesundheit, soziale Absicherung und Anerkennung beginnen.
Die ICD-11 jetzt einzuführen ist kein Gefallen – es ist überfällig.

Forderung:
Frauenverbände, Sozialverbände und zivilgesellschaftliche Organisationen sollten sich klar positionieren:
ICD-11 JETZT – für gerechte Diagnosen und echte Teilhabe.



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2)
Warum die verzögerte ICD-11-Einführung Frauen besonders schadet

Teaser:
Die verspätete Einführung der ICD-11 in Deutschland ist mehr als ein Verwaltungsproblem. Sie trifft vor allem Frauen mit chronischen Erkrankungen – medizinisch, sozial und finanziell.

Text:
Chronische Erkrankungen wie ME/CFS, chronische Borreliose, Long COVID oder komplexe Schmerzsyndrome betreffen Frauen überdurchschnittlich häufig. Gleichzeitig sind genau diese Krankheitsbilder in der ICD-10 unzureichend oder verzerrt abgebildet. Die ICD-11 würde erstmals differenziertere, international anerkannte Diagnosen ermöglichen – und damit bessere Versorgung sowie rechtliche Absicherung.

Die Verzögerung hat konkrete Folgen: lange Diagnosewege, erschwerter Zugang zu Leistungen, fehlende Anerkennung von Erwerbsminderung. Besonders gravierend wirkt sich dies auf Frauen aus, deren Erwerbsbiografien häufiger durch Care-Arbeit, Teilzeit oder Familienphasen unterbrochen sind. Erkrankungen führen so schneller zu fehlenden Rentenpunkten und später zu Altersarmut.

Hinzu kommt eine bekannte Problematik: Körperliche Symptome von Frauen werden häufiger psychologisiert – als „stressbedingt“, „hormonell“ oder „psychosomatisch“. Die ICD-11 könnte hier klarer trennen. Ihre Nicht-Einführung verlängert strukturelle Fehlbehandlungen.

Die ICD-11 ist kein Allheilmittel. Aber ihre Verzögerung verstärkt bestehende Ungleichheiten. Wer weiter abwartet, nimmt in Kauf, dass besonders Frauen den Preis zahlen – mit Lebenszeit, Gesundheit und sozialer Sicherheit.

Hinweis:
Die Bundestags-Petition „ICD-11 JETZT!“ fordert die zeitnahe Umsetzung der ICD-11 in Deutschland.



(Längere Version)

3)

Warum besonders Frauen unter der verzögerten Einführung der ICD-11 leiden

Eine strukturelle Schieflage mit langfristigen Folgen

Die verzögerte Einführung der Internationalen Klassifikation der Krankheiten in der Version ICD-11 in Deutschland ist kein abstraktes Verwaltungsproblem. Sie hat reale, teils gravierende Folgen für Patientinnen und Patienten. Besonders betroffen sind dabei Frauen – aus medizinischen, sozialen und ökonomischen Gründen.

Chronische, multisystemische Erkrankungen wie ME/CFS, chronische Borreliose, Long COVID, bestimmte Autoimmunerkrankungen oder komplexe Schmerzsyndrome betreffen Frauen überdurchschnittlich häufig. Gleichzeitig sind genau diese Krankheitsbilder in der ICD-10 entweder unzureichend abgebildet, fragmentiert oder implizit psychologisiert. Die ICD-11 würde hier erstmals differenziertere, international anerkannte Kodierungen ermöglichen – und damit bessere Versorgung, Forschung und soziale Absicherung.

Die Verzögerung trifft Frauen daher nicht nur häufiger, sondern in mehreren Lebensphasen kumulativ.


Erkrankung in jungen Jahren: Doppel- und Dreifachbelastung

Erkranken Frauen bereits in jungen oder mittleren Jahren schwer oder chronisch, trifft dies oft auf eine Lebensphase mit zusätzlichen gesellschaftlichen Erwartungen:

  • Betreuung und Erziehung von Kindern

  • Organisation von Haushalt und Pflegearbeit

  • häufig Teilzeitbeschäftigung oder unterbrochene Erwerbsbiografien

Gerade bei Erkrankungen wie ME/CFS oder chronischer Borreliose bedeutet dies nicht selten eine Überforderung auf allen Ebenen. Die fehlende klare ICD-11-Kodierung erschwert dabei:

  • eine schnelle, eindeutige Diagnosestellung

  • den Zugang zu adäquater medizinischer Versorgung

  • Anerkennung gegenüber Krankenkassen, Behörden und Arbeitgebern

Besonders prekär ist die Situation für alleinerziehende Frauen, die weder gesundheitlich noch finanziell „ausfallen dürfen“, es faktisch aber müssen.


Der lange Schatten der ICD-10: Fehlzeiten ohne Absicherung

Eine zentrale, oft übersehene Folge der verzögerten ICD-11-Einführung betrifft die soziale Sicherung:

  • keine oder verspätete Anerkennung von Erwerbsminderung

  • erschwerter Zugang zu Reha-Maßnahmen

  • langjährige Phasen ohne reguläre Erwerbstätigkeit

  • dadurch: kein oder nur geringer Aufbau von Rentenpunkten

Frauen sind hiervon besonders betroffen, da ihre Erwerbsbiografien ohnehin häufiger unterbrochen sind – durch Care-Arbeit, Teilzeit oder Niedriglohnbeschäftigung. Eine schwere chronische Erkrankung wirkt hier wie ein Brandbeschleuniger.


Altersarmut: Wenn Krankheit und Statistik sich addieren

Kommt es – oft schleichend – zur dauerhaften Erwerbsunfähigkeit, droht vielen Frauen Altersarmut. Diese wird zusätzlich verschärft durch krankheitsbedingte Sonderausgaben, die regelmäßig nicht oder nur teilweise erstattet werden:

  • Nahrungsergänzungsmittel

  • Off-Label-Medikamente

  • alternative oder ergänzende Therapien

  • spezielle Ernährung

  • private Diagnostik

  • Wenn eine Erkrankung erst im mittleren oder höheren Lebensalter manifest wird, trifft sie auf eine ohnehin niedrigere Altersrente. Die Folge: finanzielle Abhängigkeit, sozialer Rückzug, eingeschränkte Autonomie.


Abhängigkeit statt Partnerschaft

In vielen Fällen führt die Erkrankung zu einer starken Abhängigkeit vom Partner. Was in gesunden Zeiten eine gleichberechtigte Beziehung war, kann sich zur faktischen Fessel entwickeln:

  • finanzielle Abhängigkeit

  • emotionale Abhängigkeit

  • eingeschränkte Entscheidungsfreiheit

Nicht selten verschärfen sich bestehende Probleme: Überforderung, Sucht, Gewalt. In anderen Fällen verlassen Partner die erkrankte Frau – aus Hilflosigkeit, Überlastung oder aufgrund veränderter Lebensrealitäten.

Ist kein Partner vorhanden, tritt häufig ein anderes Familienmitglied an diese Stelle. Auch hier entstehen Abhängigkeiten, die für beide Seiten psychisch und körperlich belastend sind.


Das ist doch psychisch“ – ein alter Reflex

Ein weiterer struktureller Nachteil für Frauen liegt in der medizinischen Zuschreibung selbst. Frauen mit komplexen, schwer erklärbaren Symptomen hören überdurchschnittlich oft Sätze wie:

  • Das ist stressbedingt.“

  • Das sind die Wechseljahre.“

  • Das ist psychosomatisch.“

  • Da müssen Sie lernen, besser damit umzugehen.“

Diese Psychiatrisierung körperlicher Erkrankungen ist gut dokumentiert – und wird durch die unzureichenden Kategorien der ICD-10 begünstigt. Die ICD-11 würde hier differenzierter trennen und somatische Erkrankungen klarer abbilden. Ihre Verzögerung verlängert also einen Zustand, der strukturell zu Fehlbehandlungen führt.


Weitere Aspekte, die Frauen besonders betreffen

Ergänzend lassen sich weitere Punkte nennen:

  • geringere Beteiligung von Frauen an klinischen Studien historisch

  • Symptome werden häufiger bagatellisiert

  • längere Diagnosedauer („diagnostic delay“)

  • höhere psychische Belastung durch fehlende Anerkennung

  • stärkere soziale Isolation bei chronischer Erkrankung

All dies verstärkt sich gegenseitig – über Jahre, manchmal Jahrzehnte.


Fazit

Die verzögerte Einführung der ICD-11 ist keine neutrale Verwaltungssache. Sie wirkt wie ein systemischer Verstärker bestehender Ungleichheiten. Frauen mit chronischen, komplexen Erkrankungen zahlen dafür einen besonders hohen Preis – medizinisch, sozial und ökonomisch.

Eine zeitnahe Einführung der ICD-11 wäre kein Allheilmittel. Aber sie wäre ein notwendiger Schritt, um Fehlklassifikationen zu reduzieren, Versorgung zu verbessern und soziale Folgeschäden zu begrenzen. Für viele Frauen bedeutet sie nicht weniger als die Chance auf Anerkennung, Absicherung und ein Stück verlorener Selbstbestimmung.

Oder anders gesagt:
Wer die ICD-11 weiter verzögert, spart vielleicht heute Aufwand – zahlt aber morgen mit Lebensqualität. Vor allem die der Frauen.

(mm)

* * * 


V.i.S.d.P.:
Burkhard Tomm-Bub, M. A.
67063 Ludwigshafen
ogma1@t-online.de

Initiator einer in der Veröffentlichungs-Prüfung ebenfalls verschleppten Bundestags-Petition:
„ICD-11 JETZT!“ (Schnellere & bessere Hilfe für Kranke.)

Mehr Informationen im Blog:

https://kopfmahlen.blogspot.com/2025/06/startseite-icd-11-petition-bundestag.html