IMPRESSUM

Donnerstag, 18. September 2014

Inge #Hannemann in Frankfurt / Main


Inge #Hannemann in Frankfurt / Main

... ja, gut - dann schimpft mich doch "fanboy", ist mir dann halt auch egal!


Nein, aber im Ernst - ich finde Inge wird immer besser.
Auch wenn man nicht weiß, dass sie zur Zeit besonderen Belastungen unterliegt, wird das auch jeder objektive Beobachter so beurteilen, will ich meinen.

Freundlich, routiniert, sachkundig und umfassend berichtete sie zunächst von den im "Anrollen" befindlichen "Rechtsvereinfachungen" im SGB II und darüber hinaus.
Dies in verständlicher Art und Weise, die sowohl Theorie als auch praktische Beispiele umfasste.

Anschließend gab es die Möglichkeit zu Fragen und Stellungnahmen durch das zahlreich vorhandene Publikum, sowie etliche Terminhinweise.

Insbesondere der 02. Oktober 2014, der bundesweite Aktionstag gegen Hartz IV fand auch hier Erwähnung. Jeder kritisch denkende Mensch und jede humane und soziale Organisation und Institution ist und bleibt hier aufgefordert, regional, vor Ort etwas "auf die Beine zu stellen".

Sofortige Abschaffung aller Sanktionen!
Menschliche und vernunftgeleitete Behandlung der Menschen im jobcenter!
Der Staat ist der Diener der Bevölkerung! Nicht umgekehrt!

Link zur Aktion:

http://www.aufrecht-bestehen.de/impressum

MfG
Burkhard Tomm-Bub, M.A.
67063 Ludwigshafen
Ex - Fallmananger im jobcenter

Einige Fotos:









 * * * * * * * 





Donnerstag, 11. September 2014

Erwerbslose = faule Grippel! (S. Stracke, MdB)



Guten Tag, Herr Stephan Stracke, CDU/CSU, Jurist, geb. 1. 4.1974 in Marktoberdorf; römisch-katholisch; verheiratet!

Als offiziell bescheinigter Krüppel (oder "Grippel", wie Sie es wohl heiter auszudrücken pflegten) möchte ich Ihnen heute auch einmal etwas mitteilen.

Sie beliebten ja öffentlich im Bundestag Erwerbslose als "faule Grippel" zu bezeichnen, wie ich hören mußte.
Frau Kipping hat Ihnen ja dort dann direkt schon etwas dazu gesagt - leider war sie viel zu höflich, finde ich.
Jemand der so brachial austeilt wie Sie - den erreicht doch so etwas gar nicht mehr, oder?

Aber noch mal zu mir. Ein Krüppel bin ich in der Tat - zumindest in Ihrer christlich - sozialen Nomenklatur.
GdB 50%, Schwerbehinderter, anhand Krebserkrankung.

Ich war sogar eine Zeitlang mal ganz direkter Adressat Ihrer "heiteren Botschaft" - denn ich habe u.a. vor Jahren als Arbeitsloser eine Arbeitslosen - Initiative mitbegründet.
Damals hatte ich zwar noch keinen Krebs, verfing mich aber immer mehr in meiner Suchterkrankung (Schwerpunkt Alkohol / Tranquilizer). Dies ist übrigens eine Erkrankung, die selbst von den Krankenkassen bereits seit 1968 als solche anerkannt ist.

Christlich - soziale Menschen wie Sie traf ich damals nicht. Dafür aber andere, die halfen und mir Hilfe zur Selbsthilfe ermöglichten.
Nach der Überwindung der Sucht und nun über zwei Jahrzehnten des zufriedenen, rückfallfrei abstinenten Lebens, passt es nun also nicht mehr so ganz mit dem "FAULEN Krüppel". Denn ich bin nun seit weit über 15 Jahren vollzeit im Öffentlichen Dienst beschäftigt, habe vordem ein Diplom und einen Magistergrad erworben.

Aber Krüppel - passt ja noch, bzw. wieder!
Und: es gibt weitere Berührungspunkte zu Ihrem Thema heute.
Denn ich war vor 2005 einige Jahre Sozialfachkraft im Sozialamt. Wissen Sie - das ist so etwas ähnliches, wie es die Fallmanager im jobcenter ursprünglich einmal sein sollten.
So ein Fallmanager war ich dann ab 2005 auch - bis 2011. Als ich da aus 16 Monaten Krebsbehandlung zurück kam, fand ich eine neue Führungsriege vor. Und wurde im Verlauf von 5 Monaten unschön hinaus gebosst (= mobbing durch Vorgesetzte). Ich passte da wohl mit meinen pädagogisch - psychologischen Ausbildungen, u.ä. nicht mehr so wirklich zur Truppe des ehem.  Bataillonskommandeurs Herrn F.J. Weise.

Als ehrenamtlicher Suchtkrankenhelfer, Diplom - Sozialarbeiter und als Erziehungswissenschaftler, sowie eben Ex - Fallmanager - verurteile und verabscheue ich Ihre Äußerung und Ihre entsprechende Attitüde zutiefst! Und als Mensch.

Ein anderer Mensch, der vor längerer Zeit lebte (ich weiß nicht, ob Sie je von ihm hörten, Jesus Christus der Name) sagte einmal sinngemäß: "Hasse die Tat - nicht den Täter!"
Das finde ich gut. Aber manchmal fällt das leichter - manchmal schwerer.

Herr Stephan Stracke, christlich - sozialer Politiker. Sie gehören nicht in den Bundestag. Sie sollten gehen. Dringend.

Gruß
Burkhard Tomm-Bub, M.A.
67063 Ludwigshafen
Ex - Fallmanager im jobcenter

https://www.facebook.com/video.php?v=824598260905502

Montag, 8. September 2014

Niemand ist schließlich gezwungen im #jobcenter zu arbeiten!


"Niemand ist schließlich gezwungen im jobcenter zu arbeiten!" 


HEROES
"I, I will be king
And you, you will be queen ..." 

Niemand ist schließlich gezwungen im jobcenter zu arbeiten!  

- so hört man es immer wieder einmal aus der radikalkritischen Ecke der Bewegung gegen HARTZ IV. 
Damit verbunden ist dann in der Regel eine strikte Ablehnung und Aburteilung eines jeden Menschen, der in einem jobcenter arbeitet, einmal gearbeitet hat, oder der für Menschen dieser Art auch nur irgendein Verständnis zeigt. 
Da nützt es auch nichts, wenn man (wie unter anderem auch Inge Hannemann) mittlerweile selbst zu den scharfen Kritikern des Systems gehört. Dies wird dann als unwahr, vorgeschoben, usw. angesehen, bzw. werden auch völlig andere, schlimme und eigensüchtige Motive krampfhaft hinein gedeutet. 

Nein - Weltbild und Feindbild müssen klar, sauber, übersichtlich und gut handhabbar in Schwarz und Weiß sortiert sein - und bleiben! Da gibt es kein Vertun, da gibt es nichts zu verstehen und auch nichts nachzuvollziehen. 
Wo kämen wir denn da sonst hin?! 

Vielleicht sogar in einen Dialog, vielleicht mit einigen sogar in eine Kooperation, in ein breites Bündnis gegen einzelne, üble Punkte und Auswüchse des HARTZ - Systems? 
Doch wer könnte so etwas schon wollen! 
Das riecht doch nach Fraternisation, nach Verbrüderung und Verteidigung und nach Verständnis für die "Meute der Systemschergen", die "dickfälligen Beamten auf Lebenszeit", die mit ihren "faschistoiden Schikanen" lediglich eine und wirklich nur eine Freude im Leben haben: Menschen zu sanktionieren und in Hunger und Selbstmord zu treiben ...! 

Doch nun zu etwas völlig anderem. Der Realität. 
Doch eins vorab: richtig - es gibt sie. Wie überall. 
Bei vielen Tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern - da sind dann auch diese und jene dabei. Menschen mit sozialen Defiziten, unreife Persönlichkeiten, Choleriker, etc. pp. 
Und ja - auch Beamte auf Lebenszeit gibt es. 
Alles kein Thema. 
Besondere Entgleisungen dieserart Typen sollten mit möglichst kaltem Blut akribisch dokumentiert und sodann formal korrekt an die zuständigen Beschwerdestellen, notfalls auch an die Öffentlichkeit gebracht werden. Sollte da manchmal Geduld und Beharrlichkeit notwendig sein - sollten wir diese aufbringen. 

Ende 2004 begannen (im Detail durchaus hektisch) die Vorbereitungen auf die Umstellung Sozialhilfe / Arbeitslosenhilfe ---> HARTZ IV / ALG II. 
Die jobcenter (damals ARGEn) verfügen bis heute über kein eigenes Personal. 
Um es (nur scheinbar) grob verkürzt zu sagen: ein "arg bunt durcheinander gewürfelter Haufen" war das, der nun in Arbeitsämtern, in den Kommunen und auch extern rekrutiert wurde. Sowohl was den Bereich Leistung (Geld), als auch was den Bereich Arbeitsvermittlung / Fallmanagement betraf. 
Berufliche Ausbildung, Vorerfahrung, Motivation, Befähigung, etc. waren in hohem Maße unterschiedlich ausgeprägt. Auch beruflich völlig fachfremd qualifizierte und gänzlich für einen Wechsel  unmotivierte Menschen waren reichlich dabei. Eine wirkliche Wahl hatten aber die wenigsten. 
Zudem wurde das neue Vorhaben "SGB II / ALG II" gänzlich anders verkauft, als es sich dann später entwickelte. So seien von den Fallmanager_innen "etwa 75 Menschen" zu betreuen und zu  beraten. Die Sanktionen seien nur unwillig und auf Wunsch der Politik mit ins Konzept genommen worden. Sie würden auch nur das letzte "pädagogische Mittel" darstellen - und eigentlich eher ein Hinweis darauf sein, dass der Fallmanager seine vorherige Arbeit vielleicht nicht wirklich optimal gemacht habe. Und das waren alles keineswegs nur mündliche Beteuerungen - die entsprechenden Konzepte lassen sich sogar heute noch  im Internet schriftlich auffinden! 
Von 300 - 400 Fällen, einer grotesken und immer mehr ausufernden EDV (inklusive umfangreicher Dokumentationspflichten), von verschärftem Controlling, vom Druck der Maßnahmelobby, von Sanktionquoten und vielem mehr war also keineswegs die Rede. 
Im Laufe der ersten Jahre begann man sich einzuarbeiten und einzuspielen aufeinander. Einige "flüchteten" bereits jetzt, bewarben sich immer wieder auf auch nur halbwegs in Frage kommende Stellen außerhalb des jobcenters - oder wurden gar dazu gedrängt. Vieles wurde schlimmer und schlimmer, erste Widerstände regten sich - und wurden beschwichtigt, vertröstet, versandeten.  Auch gebrochen wurden sie dann später zum Teil. 
Ein neuer Trend zeichnete sich anschließend klar ab: "Frisches Blut, dynamische, engagierte Menschen in die jobcenter!" - so der OFFIZIELLE Text. Der offizielle. 

Um es anders herum anzugehen. 
Wen finden wir heute in den jobcentern als Mitarbeiter_innen vor? 

Etliche von diesen Menschengruppen: 

- Quereinsteiger_innen, die woanders "schnell weg mussten" (oder wollten) 
- Alleinerziehende 
- Menschen mit (mehreren) Zeitverträgen (hintereinander) und ungewisser Aussicht auf Verlängerung
- Menschen in Teilzeitbeschäftigung (mit Interesse an und vager Aussicht auf spätere Umwandlung in Vollzeit - Arbeitsverhältnisse) 
- Berufsanfänger_innen 
- Angehörige junger, eigener Familien mit Kleinkindern (und ggfl. "Häusle - Hypothek") 
- "Umsiedler_innen" aus anderen Bundesländern, die beginnen, hier eine neue Existenz aufzubauen 

Sowie: 
- Ältere und / oder gesundheitlich angeschlagene Menschen, die bei Kündigung sicher in diesem Leben keine andere Arbeit mehr fänden 

Und zugegeben auch: 
- gleichgültige, verbeamtete Menschen, die emotional eher als "schwingungsarm" zu sehen sind 
- ältere, resignierte Menschen kurz vor der Rente / Pension 
- jüngere, aufstrebende Kräfte (Stichwort: "Karriere"). 

Ein Großteil dieser Gruppen ist durch selbstbewusstes Auftreten und Druck durch die Vorgesetzten gut lenkbar und formbar. Eigenständige ethische Überlegungen werden nicht gefördert, im Gegenteil durch subtile, einseitige Informationen unterminiert und manipuliert. Wo dies nicht reicht, "kommen Zahlen auf den Tisch", wird Druck gemacht und mit vagen Versprechungen operiert (ein bisschen "Zuckerbrot" muss ja auch sein). Ein immer ausgefeilteres, computergestütztes Controlling optimiert diese Abläufe deutlich. 

  
Ein kleine Exkurs noch: 
Auch das Kontingent der Beamten kann es sich nicht wirklich ohne Weiteres leisten "aufzumucken". Im Gegenteil ist es fast schon erstaunlich, wie offen diesen im Falle des Falles gedroht wird. 

Bei wem die Karte "Karrierestop" nicht (mehr) sticht - dem wird dann die Zuweisung "unterwertiger Arbeit" signalisiert. Und - vor allem - kommt eine "Karte" zum Einsatz, über die hier nur die BA als Bundesbehörde verfügt. Eine "bundesweite Erprobung" wird offiziell für unerwünschte Verhaltensweisen angekündigt. 
Wer: 
- nicht zu sehr an seiner derzeitigen Arbeit und seinen Kolleg_innen hängt 
- gesundheitlich gut fit ist 
- gern reist und Abwechselungen genießt 
- keine Kinder und Partner_in hat, 
etc. ... 
Dem mag es vielleicht nicht so viel ausmachen, z.b. ein Jahr lang kreuz und quer durch die Republik geschickt zu werden, jeweils zur Arbeit für einige Wochen oder wenige Monate an diesem und dann wieder am entgegen gesetzten Ende des Landes ... 
Aber nur dem. 

 Wie dem auch sei. 

Einem Druck kann man widerstehen, subtile Beeinflussung kann man als solche erkennen, eigenständiges Denken lässt sich erlernen, eine ethisch - moralische Selbsterforschung ist ebenso grundsätzlich Jeder und Jedem möglich. 

Doch wie steht es mit anschließenden substanziellen Schritten / Konsequenzen? Wie steht es mit ihren Folgen und mit der damit verbundenen Verantwortung? 

Ich brauche nun hier nicht alle oben genannten Gruppen "durchzudeklinieren". Da liegt vieles auf der Hand, denke ich. Der fitte, junge Mensch der "geschaßt" würde - fände nach einiger Zeit evtl. wieder etwas neues. Der ältere kranke Mensch jedoch nicht. Dafür steht beim Jüngeren aber ggf. die Mitverantwortung für ein Kleinkind, oder zwei an. Usw. 

Ja. Ja, eine Heldin, einen Helden kann man sich ausmalen. 
 Eher jünger. Gesund. Noch ungebunden. Jedoch nicht zu jung, aber mit guten Qualifikationen und Berufserfahrung. Nicht karrierefixiert. - Ja. Ich denke, das wäre es in etwa. Wenn diese Person im jobcenter arbeitet und durchschaut, was da alles eigentlich wirklich so gespielt wird. Und wenn sie dann noch ein Hirn im Schädel, ein Herz in der Brust und einen Hintern in der Hose hat ...! 
Dann wird sie hingehen und heftigst auf den Tisch klopfen. Und sich auch weder drohen, noch sich beschwichtigen lassen. Sie wird öffentlich machen, was öffentlich zu machen ist - und erhobenen Hauptes das so genannte "jobcenter" verlassen. 

 So eine Heldin, so einen Helden - kann ich mir vorstellen. 

Bei allen anderen Menschengruppen, die ich weiter oben schilderte, fällt mir das schwerer. Und zum Teil VIEL schwerer! 

Wir alle sind uns, denke ich darüber hinaus,  ja wohl vollkommen darüber im Klaren, dass eine offene Arbeitsverweigerung im jobcenter keinem einzigen Kunden, keiner einzigen Kundin auch nur das geringste bringen würde. Der Teamleiter und die Kolleg_innen bekämen die Kunden “umverteilt”, bis man einen neuen AV / FM gefunden hätte, der "erst mal mit Zeitvertrag" die Fälle weiter bearbeiten würde. 
Es wäre also eine rein symbolische Geste. 

Ich sage: 
Die qualifizierten, guten Fallmanager_innen vor Ort erreichen da IM Büro, wenn kein Chef zuguckt, wesentlich mehr, durch passiven Widerstand. Wahrlich! 
Ich weiß: 
Es gibt nicht wenige Mitarbeiter_innen, die - noch anonym - in Foren und Blogs kritisch aktiv sind. 
Ich weiß: 
Es gibt so einige, die verdeckt interne Informationen an die Hartz IV - kritische Szene zuliefern. 

Dennoch freue ich mich natürlich über Jede und Jeden, der noch mehr tut, die Deckung verlässt, offen kritisiert, etc.! 

Es ist jedoch weit gefehlt, Menschen die den hohen persönlichen Mut hierzu noch nicht fassen konnten, zu verurteilen! 
(Dieser Mut beinhaltet oftmals ja nun mal zusätzlich die Fähigkeit, auch die Interessen der Partner_innen und eigenen Kinder, etc. hintanzustellen.) 
Beschimpfungen als Feigling und "Mitläufer wie bei den Nazis!" - sind da völlig fehl am Platze! 
Von jedem, der sich zu solch` Beleidigungen hinreißen lässt - verlange ich zumindest kategorisch vorab einen belegten Beweis, dass er ähnliche Heldentaten bereits selbst vorzuweisen hat. 

"Niemand ist schließlich gezwungen im jobcenter zu arbeiten!" Richtig. 
Aber - ganz so leicht kann man sich die Sache nicht machen, ganz so leicht läßt sich dieser Themenkreis eben NICHT vom Tisch wischen! 

Ich persönlich plädiere für Kooperationen, für Bündnisse, für gegenseitige Unterstützung - im engagierten Einsatz gegen das unlogische, unwirtschaftliche und inhumane System Hartz IV! 

DANN können wir, immer wieder und immer öfter sagen: 


"Though nothing will drive them away
We can beat them, just for one day
We can be Heroes, just for one day
...
We can be Heroes, for ever and ever"! 

MfG 
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 

67063 Ludwigshafen 
Ex - Fallmanager 



Samstag, 6. September 2014

free your stuff #Kostenlosflohmarkt #Mannheim


free your stuff #Kostenlosflohmarkt #Mannheim

... gab es heute in Mannheim.
Auch ich durfte mitmachen und habe auch ein paar Fotos gemacht.

Schön sonnig war`s. Interessante Leute. Ein guter "Warenumsatz".

Nächstes Mal seid ihr auch mit dabei, ok?

MfG
Burkhard Tomm-Bub









= Liquide Stärkungen für die Aktiven.



























Mittwoch, 3. September 2014

Verschwörungstheorien (VT) und Co.




Verschwörungstheorien (VT) und Co. ...

Kürzlich las` ich wieder einmal etwas in dieser Art:

"Der Begriff »Verschwörungstheorie« wurde von der CIA kreiert und wird im Allgemeinen vom Establishment als Waffe benutzt, um jeden, der die offiziellen Darstellungen der regierungsamtlichen Verlautbarungen in Zweifel zieht, als Wirrkopf verunglimpfen zu können. Aber es gibt zahlreiche Beispiele aus der Geschichte, die belegen, dass sich viele dieser Theorien als wahr erwiesen haben!!!"

Darauf folgen dann stets einige in der Tat absolut unschöne Geschichten von Tabakkonzernen, Operation AJAX, Operation Northwood, dem Drogenhandel der CIA  und ähnliche mehr.

Was ich dazu sagen möchte:

Sicher doch. Viele dieser Vorgehensweisen hat man sich als kritisch denkender Mensch schon vor der jeweiligen Aufdeckung so gedacht.
Dass die CIA auch etliche schmutzige Aktionen durchführt, dass in Kriegen zu Täuschung, List und Betrug gegriffen wird, etc. - letztlich Allgemeinwissen.
Andere Punkte passen gar nicht in das Raster. Dass Dealer (und dazu gehören natürlich auch Tabakkonzerne) ihre Produkte möglichst im Absatz steigern wollen, ist logisch. Von "geheim", oder verdeckt, o.ä. kann hier aber keine Rede sein. Zigaretten sind milliardenfach in Umlauf - und  jedem steht es frei, eine davon aus der Packung zu nehmen und untersuchen zu lassen.

Um all` das geht es aber gar nicht.
Es geht um die heutzutage in Umlauf befindlichen Verschwörungstheorien.
Einige sind so hanebüchen und unlogisch, dass eine Beschäftigung nicht lohnt (Beispiel Chemtrails).
Bei anderen ist man geneigt zu sagen: könnte gut sein. Oder zumindest teilweise. Oder vielleicht auch doch eher nicht.
Das weiß man nicht und das kann man auch nicht wissen - und die uns es aufgeregt als absolute Wahrheit andrehen wollen, wissen es auch nicht und können es auch nicht belegen, oder gar beweisen. Sie WOLLEN lediglich glauben, sie könnten es. Dahinter steckt oft eine bewusste oder unbewusste Sehnsucht, das Universum überschaubar und kontrollierbar zu machen - und oft auch das Bedürfnis, über "besonderes Wissen" zu verfügen - dann ist man selber nämlich auch "besonders"!
Welch` Zeitverschwendung. Jeder Mensch ist ohnehin individuell und einmalig!
Ein wichtiger Punkt wird regelmäßig vergessen: was macht es für einen Unterschied?
Meiner Ansicht nach gibt es keine fest definierte Gruppe / geheime Institution, o.ä. die alle bösen und ausbeuterischen Dinge auf der Welt lenkt und plant.
Ich fürchte vielmehr, es ist viel schlimmer - keiner fühlt sich zuständig und verantwortlich, die Ethik und Moral verflüchtigt sich vielmehr unauffindbar im Dunst der Strukturelemente des kapitalistischen Systems ...!
 Aber gesetzt den Fall, ich würde glauben wollen, es gäbe irgendeine Gruppe. Z.B. eine Kooperative zwischen CIA, Freimaurern, den Weisen und Unweisen von Zion, plus den Skulls and Bones.
Und die treffen sich immer im Keller unter der Bilderberg - Versammlung. Und unterm Jahr nochmal an einem noch geheimeren Ort.
Na und?
Könnte ich das beweisen? Sicher nicht.
Hätte es irgendeine Auswirkung auf mein Handeln? Pazifistisch, kritisch, sozial engagiert, usw.?
Ebenfalls Nein.
Hätte es sonstige Auswirkungen? Ja.
Ich würde mich lächerlich machen und weniger ernst genommen.

Die größten Gefahren zum Schluss.
Eine wachsende "Esoterik" - Industrie verdient an den diversen "Verschwörungen". Und das nicht zu knapp.
Weiterhin ist ein sehr beachtlicher Teil der aktuellen VT`s gezielt gestreut und instrumentalisiert.
Es geht, wieder einmal, gegen die Juden, die Zionisten, die "jüdische Rasse".
Ein wenig vorsichtiger ist man in der Sprachwahl geworden, sicherlich.
Gern werden aber bestimmte Namen einzelner, bekannter Familien "unauffällig eingeschoben", der FED, u.ä.
Umso schlimmer!
Ein gefährliches, ein schleichendes, ein perfides Gift.

In diesem Sinne
mfG
Burkhard Tomm-Bub

Ein P.S.:

(Resultierend aus einer facebook - Diskussion):

"XY":
" ... Bei der Verschwörungstheorie würde ich noch zwischen wahren und unwahren Verschwörungstheorien differenzieren, oder nach Alternativen zur Verschwörungstheorie suchen..."

Meine Antwort:

"Der letzte Satz von "XY" - offenbart das ganze Dilemma, finde ich. Zumindest ist es eine der möglichen Problembeschreibungen.

Eine Aussage über belegte - und möglichst sogar bewiesene - Fakten - ist, so banal es klingt: eine Aussage über belegte - und evtl. sogar bewiesene - Fakten.

An diese kann man nun Theorien knüpfen. 
Diese dürfen ihrem Wesen nach auch (noch) nicht belegte Vermutungen, Spekulationen, Voraussagen beinhalten. 
Das sind dann eben Theorien. Mahnende Theorien, Theorien mit kritischer Attitüde, manchmal auch etwas arg spekulative, gewagte Theorien. 
Bis dahin ist man IMHO absolut im "Grünen Bereich". 

Irgendwann aber wird dann eine Grenzlinie überschritten. 
Leider anfangs unmerklich, zumeist.
Die Spekulationen werden SEHR gewagt, der Anteil unbelegter, unbewiesener Fakten immer größer.
Und schließlich treten (interessegeleitete) Interpretationen und Generalisierungen / Globalisierungen hinzu. 

Hier sind wir dann im Bereich der ausgewachsenen Verschwörungstheorien. 
Vor allem, wenn der Faktor "Interessegeleitetheit" vorliegt, eindeutig ist und gar absichtlich und vorsätzlich "verwoben" wurde. 
Die mahnende Theorie will also primär gar nicht mehr vor etwas warnen - sie hat eigene, aktive Ziele. 

Um ein plattes, aber verbreitetes Beispiel aufzugreifen:

Vielen, insbesondere Linken Menschen behagt Krieg nicht. Ebenso wenig behagt ihnen die Dominanz einer einzigen Supermacht (USA) auf der Erde. 
Der Kapitalismus desgleichen.
Hieran wird angeknüpft.
9/11 war ein CIA - inside - Job. An dem Tag waren kaum Juden im Gebäude. Die FED - Bank der USA ist ein Privatunternehmen. "Bestimmte Familien" sind in USA massgebend. Rothschild. Die JODEN!! Die jüdische Weltverschwörung. Die "Weisen von Zion" als Lektüreempfehlung ...!

Von reichlich Links - sind wir ganz Rechts gelandet. Bei Antisemiten, Rassisten, Nazis. 

Passt doch alles wunderbar unter einen Hut! Guten Morgen Querfront!

"Wahre Verschwörungstheorien" - kann es also IMHO gar nicht geben. Am Ende und im Effekt - sind sie IMMER unwahr. Mörderisch unwahr, zumeist. 

Völlig unwahr: sind sie aber natürlich meist auch nicht.
Zwar zeichnet sich der Rechte Sektor INSGESAMT nicht unbedingt durch horrende Intelligenz und noch weniger durch Kreativität aus - aber einige "Schlaufüchse" gibt es da mittlerweile schon. Und auch gewissenlose Werbestrategen, die rein für Geld professionell zuarbeiten, hinsichtlich Formulierung und taktisch / strategischer "Streuung". 
Heißt: stets wird man mit Halbwahrheiten und mit (zumeist unbegründeten, aber vorhandenen und geschürten) Ängsten der Bevölkerung beginnen. 
Und mit allgemein - schwammig formulierten Zielen / Gegnern. "Frieden". Antikapitalismus. (Der Linke denkt: umverteilen an ALLE Armen! Der Rechte denkt: umverteilen an aller armen ARIER / WEISSE, o.ä.)

Es gibt IMHO Leute die es richtig gemacht haben. ERST sammeln, belegen, Beweise zusammen tragen. KEINE wüsten Spekulationen beifügen. DANN raus damit an die Öffentlichkeit. Sachlich informieren, aufdecken.

Es geht also. Nicht oft, es ist schwierig, es erfordert Zurücknahme und Umsicht. Aber es geht!

MfG
BTB"

Montag, 1. September 2014

#Antikriegstag #Mannheim #2014




#Antikriegstag #Mannheim #2014

Gemischte Bilanz

Auch ich hatte mich heute ab 17 Uhr am Mannheimer Paradeplatz eingefunden.
Es wäre der Veranstaltung zu wünschen gewesen, dass ein deutlich breiteres Bündnis angetreten wäre.
So waren anfangs die Gruppen gegen Abschiebung, eine Antifagruppe und etwas später auch die Courage - Frauen präsent, sowie die LINKE mit einigen Vertreter_innen.

Ab 18 Uhr dann baute sich ganz in der Nähe die Montagsdemo gegen Hartz IV auf, die in Mannheim dann wohl nicht mit den so genannten "Mahnwachen" zu verwechseln ist (gegen die ich persönlich mich, btw., klar distanziere) - denn diese sah ich später noch andernorts (Nähe Hauptbahnhof) tagen.

Bei der Montagsdemo gab es nun die Möglichkeit, dass Mikrophon zu ergreifen. Verschiedene Beiträge analysierten die Lage und nahmen Stellung. Darunter gab es auch (von neu hinzu gekommenen kleinen Gruppen) etwas Reklame für den Kommunismus. Nun gut.

Gegen Ende traute ich dann aber meinen Ohren nicht. Da wurde von einer jungen Dame aufgerufen, die Revolutionäre Kräfte zu unterstützen und ohne Waffen ginge das nun mal nicht! Da geschickter Weise als "Aufhänger" die Gräueltaten der ISIS gewählt wurden, kam dies wohl auch nicht bei allen schlecht an.

Nun.
Ich bin Pazifist. Also wirklich jetzt.
Und ich befand mich auf der Demo zum Antikriegstag ...
Sorry, Leute, aber das ist IMHO wie "fuck for virginity"!

Damit wir uns nicht falsch verstehen.
Ich habe grad nicht den leisesten Funken Verständnis für ISIS und Co.
Und ich weiß, dass nicht JedeR Pazifist/in ist.
Und dass von den so genannten Pazifisten viele nur, mit Verlaub, "Schönwetterpazifisten" sind.
Alles kein Thema!

Aber: dann soll man bitte eine eigene Veranstaltung anmelden und dort dann Geld für Waffen sammeln, etc.
In diesem Kontext, an diesem Ort war derlei aber m.E. an Instinktlosigkeit, Unhöflichkeit, etc. kaum mehr zu überbieten!
Vielleicht war es ja demokratisches Recht, derlei dennoch verkünden zu lassen. Ein junger Mann verteidigte diesen Standpunkt dann auch nochmals öffentlich - nachdem ich meine Meinung deutlich gesagt hatte.
MEIN demokratisches Recht war es dann aber genauso gut, die Veranstaltung umgehend zu verlassen.
Was ich auch tat.

MfG
Burkhard Tomm-Bub
Ludwigshafen