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ICD-11
JETZT! –
Warum Frauen sich weitere Verzögerungen nicht leisten
können!
Ich bin ein Mann. Ein weißer, alter Mann
noch dazu. Ein cis Mann.
Darf
ich überhaupt dieses Thema aufgreifen und mich äußern?
Vielleicht
nicht.
Ich habe es aber getan – und nehme Kritik, Anregungen,
Ergänzungen etc. gern als Ergänzung nachträglich mit auf! Als
anonymen Beitrag, mit vollem (Organisations-)Namen, oder wie auch
immer gewünscht.
Es gibt drei Versionen. Jede ist vollständig
gemeinfrei / copyrightfrei!
MfG
Tom
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1)
ICD-11
jetzt! – Warum Frauen sich die weitere Verzögerung nicht leisten
können!
Die
verzögerte Einführung der ICD-11 ist kein technisches Detail. Sie
ist eine Frage von Gleichstellung, Gerechtigkeit und Schutz vor
struktureller Benachteiligung.
Frauen
erkranken häufiger an chronischen, komplexen Erkrankungen wie
ME/CFS, chronischer Borreliose oder Long COVID. Gleichzeitig werden
ihre Symptome bis heute systematisch bagatellisiert, psychologisiert
oder fehlklassifiziert. Die ICD-10 trägt zu diesem Problem bei –
die ICD-11 könnte es entschärfen.
Die
Folgen der Verzögerung sind real und geschlechtsspezifisch:
Frauen
verlieren Jahre ohne gesicherte Diagnose.
Sie
verlieren Einkommen, Rentenpunkte und finanzielle Unabhängigkeit.
Sie
geraten schneller in Abhängigkeit von Partnern oder Angehörigen.
Sie
tragen zusätzliche Belastungen durch unbezahlte Care-Arbeit –
auch krank.
Besonders
hart trifft es Alleinerziehende und Frauen, deren Erkrankung in
jungen Jahren beginnt. Was fehlt, ist nicht Durchhaltewillen –
sondern ein System, das sie ernst nimmt.
Dass
körperliche Erkrankungen von Frauen noch immer reflexhaft als
„psychisch“ eingeordnet werden, ist kein individuelles
Fehlurteil. Es ist ein strukturelles Problem. Die fortgesetzte
Verzögerung der ICD-11 verlängert genau diesen Zustand.
Gleichstellung
endet nicht bei Paragrafen und Leitbildern. Sie zeigt sich dort, wo
Gesundheit, soziale Absicherung und Anerkennung beginnen.
Die
ICD-11 jetzt einzuführen ist kein Gefallen – es ist überfällig.
Forderung:
Frauenverbände,
Sozialverbände und zivilgesellschaftliche Organisationen sollten
sich klar positionieren:
ICD-11 JETZT – für gerechte
Diagnosen und echte Teilhabe.
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2)
Warum
die verzögerte ICD-11-Einführung Frauen besonders schadet
Teaser:
Die
verspätete Einführung der ICD-11 in Deutschland ist mehr als ein
Verwaltungsproblem. Sie trifft vor allem Frauen mit chronischen
Erkrankungen – medizinisch, sozial und finanziell.
Text:
Chronische
Erkrankungen wie ME/CFS, chronische Borreliose, Long COVID oder
komplexe Schmerzsyndrome betreffen Frauen überdurchschnittlich
häufig. Gleichzeitig sind genau diese Krankheitsbilder in der ICD-10
unzureichend oder verzerrt abgebildet. Die ICD-11 würde erstmals
differenziertere, international anerkannte Diagnosen ermöglichen –
und damit bessere Versorgung sowie rechtliche Absicherung.
Die
Verzögerung hat konkrete Folgen: lange Diagnosewege, erschwerter
Zugang zu Leistungen, fehlende Anerkennung von Erwerbsminderung.
Besonders gravierend wirkt sich dies auf Frauen aus, deren
Erwerbsbiografien häufiger durch Care-Arbeit, Teilzeit oder
Familienphasen unterbrochen sind. Erkrankungen führen so schneller
zu fehlenden Rentenpunkten und später zu Altersarmut.
Hinzu
kommt eine bekannte Problematik: Körperliche Symptome von Frauen
werden häufiger psychologisiert – als „stressbedingt“,
„hormonell“ oder „psychosomatisch“. Die ICD-11 könnte hier
klarer trennen. Ihre Nicht-Einführung verlängert strukturelle
Fehlbehandlungen.
Die
ICD-11 ist kein Allheilmittel. Aber ihre Verzögerung verstärkt
bestehende Ungleichheiten. Wer weiter abwartet, nimmt in Kauf, dass
besonders Frauen den Preis zahlen – mit Lebenszeit, Gesundheit und
sozialer Sicherheit.
Hinweis:
Die
Bundestags-Petition „ICD-11 JETZT!“ fordert die zeitnahe
Umsetzung der ICD-11 in Deutschland.
(Längere Version)
3)
Warum besonders Frauen unter der verzögerten Einführung der
ICD-11 leiden
Eine
strukturelle Schieflage mit langfristigen Folgen
Die
verzögerte Einführung der Internationalen Klassifikation der
Krankheiten in der Version ICD-11 in Deutschland ist kein abstraktes
Verwaltungsproblem. Sie hat reale, teils gravierende Folgen für
Patientinnen und Patienten. Besonders betroffen sind dabei Frauen –
aus medizinischen, sozialen und ökonomischen Gründen.
Chronische,
multisystemische Erkrankungen wie ME/CFS,
chronische
Borreliose,
Long
COVID,
bestimmte Autoimmunerkrankungen oder komplexe Schmerzsyndrome
betreffen Frauen überdurchschnittlich häufig. Gleichzeitig sind
genau diese Krankheitsbilder in der ICD-10 entweder unzureichend
abgebildet, fragmentiert oder implizit psychologisiert. Die ICD-11
würde hier erstmals differenziertere, international anerkannte
Kodierungen ermöglichen – und damit bessere Versorgung, Forschung
und soziale Absicherung.
Die
Verzögerung trifft Frauen daher nicht nur häufiger, sondern in
mehreren Lebensphasen kumulativ.
Erkrankung
in jungen Jahren: Doppel- und Dreifachbelastung
Erkranken
Frauen bereits in jungen oder mittleren Jahren schwer oder chronisch,
trifft dies oft auf eine Lebensphase mit zusätzlichen
gesellschaftlichen Erwartungen:
Betreuung
und Erziehung von Kindern
Organisation
von Haushalt und Pflegearbeit
häufig
Teilzeitbeschäftigung oder unterbrochene Erwerbsbiografien
Gerade
bei Erkrankungen wie ME/CFS oder chronischer Borreliose bedeutet dies
nicht selten eine Überforderung
auf allen Ebenen.
Die fehlende klare ICD-11-Kodierung erschwert dabei:
eine
schnelle, eindeutige Diagnosestellung
den
Zugang zu adäquater medizinischer Versorgung
Anerkennung
gegenüber Krankenkassen, Behörden und Arbeitgebern
Besonders
prekär ist die Situation für alleinerziehende
Frauen,
die weder gesundheitlich noch finanziell „ausfallen dürfen“, es
faktisch aber müssen.
Der
lange Schatten der ICD-10: Fehlzeiten ohne Absicherung
Eine
zentrale, oft übersehene Folge der verzögerten ICD-11-Einführung
betrifft die soziale
Sicherung:
keine
oder verspätete Anerkennung von Erwerbsminderung
erschwerter
Zugang zu Reha-Maßnahmen
langjährige
Phasen ohne reguläre Erwerbstätigkeit
dadurch:
kein
oder nur geringer Aufbau von Rentenpunkten
Frauen
sind hiervon besonders betroffen, da ihre Erwerbsbiografien ohnehin
häufiger unterbrochen sind – durch Care-Arbeit, Teilzeit oder
Niedriglohnbeschäftigung. Eine schwere chronische Erkrankung wirkt
hier wie ein Brandbeschleuniger.
Altersarmut:
Wenn Krankheit und Statistik sich addieren
Kommt
es – oft schleichend – zur dauerhaften Erwerbsunfähigkeit, droht
vielen Frauen Altersarmut.
Diese wird zusätzlich verschärft durch krankheitsbedingte
Sonderausgaben, die regelmäßig nicht oder nur teilweise erstattet
werden:
Nahrungsergänzungsmittel
Off-Label-Medikamente
alternative
oder ergänzende Therapien
spezielle
Ernährung
private
Diagnostik
Wenn
eine Erkrankung erst im mittleren oder höheren Lebensalter manifest
wird, trifft sie auf eine ohnehin niedrigere Altersrente. Die Folge:
finanzielle Abhängigkeit, sozialer Rückzug, eingeschränkte
Autonomie.
Abhängigkeit
statt Partnerschaft
In
vielen Fällen führt die Erkrankung zu einer starken
Abhängigkeit vom Partner.
Was in gesunden Zeiten eine gleichberechtigte Beziehung war, kann
sich zur faktischen Fessel entwickeln:
Nicht
selten verschärfen sich bestehende Probleme: Überforderung, Sucht,
Gewalt. In anderen Fällen verlassen Partner die erkrankte Frau –
aus Hilflosigkeit, Überlastung oder aufgrund veränderter
Lebensrealitäten.
Ist
kein Partner vorhanden, tritt häufig ein anderes Familienmitglied an
diese Stelle. Auch hier entstehen Abhängigkeiten, die für
beide Seiten psychisch und körperlich belastend
sind.
„Das
ist doch psychisch“ – ein alter Reflex
Ein
weiterer struktureller Nachteil für Frauen liegt in der
medizinischen Zuschreibung selbst. Frauen mit komplexen, schwer
erklärbaren Symptomen hören überdurchschnittlich oft Sätze wie:
„Das
ist stressbedingt.“
„Das
sind die Wechseljahre.“
„Das
ist psychosomatisch.“
„Da
müssen Sie lernen, besser damit umzugehen.“
Diese
Psychiatrisierung
körperlicher Erkrankungen
ist gut dokumentiert – und wird durch die unzureichenden Kategorien
der ICD-10 begünstigt. Die ICD-11 würde hier differenzierter
trennen und somatische Erkrankungen klarer abbilden. Ihre Verzögerung
verlängert also einen Zustand, der strukturell zu Fehlbehandlungen
führt.
Weitere
Aspekte, die Frauen besonders betreffen
Ergänzend
lassen sich weitere Punkte nennen:
geringere
Beteiligung von Frauen an klinischen Studien historisch
Symptome
werden häufiger bagatellisiert
längere
Diagnosedauer („diagnostic delay“)
höhere
psychische Belastung durch fehlende Anerkennung
stärkere
soziale Isolation bei chronischer Erkrankung
All
dies verstärkt sich gegenseitig – über Jahre, manchmal
Jahrzehnte.
Fazit
Die
verzögerte Einführung der ICD-11 ist keine neutrale
Verwaltungssache. Sie wirkt wie ein systemischer
Verstärker bestehender Ungleichheiten.
Frauen mit chronischen, komplexen Erkrankungen zahlen dafür einen
besonders hohen Preis – medizinisch, sozial und ökonomisch.
Eine
zeitnahe Einführung der ICD-11 wäre kein Allheilmittel. Aber sie
wäre ein notwendiger Schritt, um Fehlklassifikationen zu reduzieren,
Versorgung zu verbessern und soziale Folgeschäden zu begrenzen. Für
viele Frauen bedeutet sie nicht weniger als die Chance auf
Anerkennung, Absicherung und ein Stück verlorener Selbstbestimmung.
Oder
anders gesagt:
Wer die ICD-11 weiter verzögert, spart vielleicht
heute Aufwand – zahlt aber morgen mit Lebensqualität. Vor allem
die der Frauen.
(mm)
*
* *
V.i.S.d.P.:
Burkhard
Tomm-Bub, M. A.
67063 Ludwigshafen
ogma1@t-online.de
Initiator einer in der Veröffentlichungs-Prüfung ebenfalls
verschleppten Bundestags-Petition:
„ICD-11 JETZT!“ (Schnellere
& bessere Hilfe für Kranke.)
Mehr Informationen im
Blog:
https://kopfmahlen.blogspot.com/2025/06/startseite-icd-11-petition-bundestag.html