Montag, 22. Mai 2017

BILD lügt Hartz IV Hetze


BILD lügt!
-Hartz IV Hetze- 


Das, mit wenig Verlaub, Drecksblatt, schlägt heute wieder einmal zu.

Wieder einmal macht sich die Springerpressen-Schabracke über das Thema Hartz IV her.

Man schaue und staune:























Aber mal Punkt für Punkt.

a) Es heißt Arbeitslosengeld II (ALG II), nicht Hartz IV.

b) Die von Euch stillschweigend einbezogenen Leistungen für eine halbwegs "angemessene" Wohnung, sind letztlich von der jeweiligen Kommune stammende Leistungen namens "KdU" (Kosten der Unterkunft). Das jobcenter reicht diese nur weiter.

c) Es gibt nicht "mehr" oder "weniger" Hartz IV! Und auch nicht "am meisten".
Der Satz ist bundesweit einheitlich und exakt gleich hoch. 
Und der hierdurch mit Ach und Krach erreichte (und stets sanktionsbedrohte!) Standard desgleichen.  

Die Erläuterung dazu für die eher schlichten Gemüter:

Das liegt eben an den "angemessenen Kosten der Unterkunft". Die sind überall sehr knapp kalkuliert und reichen oft nicht aus. 
Aber die entsprechenden Sätze sind in Münchner Vororten halt eben doch ein "bisschen"  höher, als in Essen Kray-Nord. 
Wie anders sollte das geregelt sein?
Für den Preis einer 2 Zimmer-Wohnung in Duisburg-Marxloh bekäme man im schönen Stuttgart ganz sicherlich nur eine einzelne, kleinere Besenkammer vermietet. Was für 2 Personen (oder mehr) ganz sicherlich nicht wirklich ausreichen kann. 

Doch es geht noch weiter. 

d) Wie heißt es hier?

"Je mehr Personen dem Hartz-Haushalt angehören, umso mehr zahlen die Jobcenter."

Präzise genommen stimmt exakt das Gegenteil!
Der individuelle Regelsatz-Anspruch ist bei Zusammenlebenden in einer "BG" (Bedarfsgemeischaft) GERINGER. 
Und: das Jobcenter / die Kommune spart ein weiteres mal dadurch, dass eine etwas größere Wohnung immer noch deutlich preiswerter ist, als zwei kleine...!


e) Was darf nicht fehlen? Richtig!
Das Aufhetzen benachteiligter Bevölkerungsgruppen gegeneinander.

So heißt es hier:
"Bei Partnern mit mindstens (sic!) einem Kind gibt es im Schnitt 1464 Euro - und damit fast so viel, wie voll arbeitende Geringverdiener nach Abzug von Sozialbeiträgen haben."

Selbst wenn das vollständig so stimmen WÜRDE...
Wird hier noch immer ein Fehlschluß suggeriert.

Nicht etwa die "Hartzler" haben zuviel, ganz sicher nicht!
Sondern die Geringverdiener: haben deutlich zu wenig!

Pfui Deibel, Hetzblatt BILD!

Gruß
Burkhard Tomm-Bub, M.A.
- Ex - Fallmanager im jobcenter -  

Dienstag, 16. Mai 2017

Asyl Cafe dasHaus Ludwigshafen es geht weiter


Asyl Cafe dasHaus Ludwigshafen es geht weiter

Auch bei schönem Wetter bleiben wir natürlich immer Montags von 15 - 17 Uhr aktiv in den Räumen von dasHaus / Hausboot (wo es ansonsten schmackhafte vegane und vegetarische Gerichte gibt). 

Ich persönlich habe mich jetzt schwerpunktmäßig auf Beratungen hinsichtlich Erstanträgen / Wiederbewilligungsanträge für das jobcenter / ALG II konzentriert. 

Etliche Flüchtlinge haben hier nach einiger Zeit Ansprüche wie andere Menschen auch, jedoch ist so einiges für sie noch schwieriger als für Einheimische. (Unvertrautheit mit den Abläufen, noch bestehende Sprachprobleme, etc.)

Das "Hausboot" stellt freundlicher Weise sein WLAN zur Verfügung, so habe ich in ein brauchbares Tablet und einen Drucker investiert, die ich jetzt immer mitbringe. 
So läßt sich denn auch immer mal ein Plan ausdrucken, oder ein Mail versenden, z.b. bei den häufigen Problemen beim Wechsel von einem Amt zum anderen. 

 Anbei ein paar Fotos, meinerseits copyrightfrei.
Vergrößerung durch Anklicken.

MfG
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 












  

Samstag, 6. Mai 2017

Ludwigshafen Gegen die AfD Aufstehen gegen Rassismus


In Ludwigshafen: Gegen die AfD!
 Aufstehen gegen Rassismus!

Auch heute (Sa. 06.05.2017) wieder!

Unsere Alternative heißt Solidarität!

Nähere Infos gibt es übrigens hier:

https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/


Wir haben viele Flyer verteilt und so einige Gespräche geführt.
Wobei ich persönlich mehrere solche (so gut als möglich) mit erklärten AfD-Wählern führte. 


Drei Begebenheiten möchte ich Euch nicht vorenthalten.

 * * * * * * *

Zur gleichen Zeit, an dem wir den Info-Stand betrieben, wurde nebenan, direkt am Lichttor, auch Jutta Steinruck fotografisch ins richtige Bild gerückt. 


Dennoch schritt ich auf sie zu und bot ihr einen entsprechenden Flyer an. Den sie trotz Fotostress auch bereitwillig entgegen nahm. Gut so.


 * * * * * * *  

Aus einem Gespräch mit einem AfD-Wähler:


"Ich bin für Burka-Verbot und für ein Moschee-Verbot. Und überhaupt...! Die Attentate, der Terror- das kommt aus den Moscheen. Da wird das gepredigt! Das ist der Islam!"


"Hm,... Aber nehmen wir doch mal Anders Breivik . Der war ja evangelischer Christ und Freimaurer. Und er hat 70 Kinder und Jugendliche umgebracht.
Würden Sie sagen, das Christentum predigt und bewirkt solche Terroranschläge?"

* kurzes Überlegen *


"Na ja. Aber das ist dann immerhin Christentum. Und Europa!!" 

* * * * * * *

((Innerlich bin ich an dem Punkt bewußtlos umgefallen!)) 

* * * * * * *


Aus einem Gespräch mit einem anderen AfD-Wähler:

Dieser war uns schon bekannt, er hat auch in der Vergangenheit am Stand schon ausführliche Schimpftiraden gegen uns geführt.
Heute kam er beim Abbau vorbei.

"HA!! Na, habter wieder ordentlich gehetzt gegen uns!"

"Gehetzt? Nein. Wir informieren nur!"

"HA! Furchtbar das T-Shirt! "Refugees welcome", schrecklich!" 

"Warum?"

"HA! Sehen Sie doch! Hamburg, Frankfurt, München, Berlin, die ganzen Großstädte. Die Schwerverbrechen! Alles Asylanten! Das sind alles Asylanten!!"

"Hm. Aber Sie wissen schon, dass die Ausländerkriminalität im Schnitt nicht höher ist? In einigen Bereichen sogar prozentual niedriger, als bei Urdeutschen?"

* ein listiges Funkeln stahl sich in seine Augen *

"HA! Unsinn. Das ist ja wohl so, dass es NOCH viel mehr Deutsche in Deutschland gibt, als Asylanten! Da KANN das ja prozentual nur weniger sein!!"

(( Ich, mühsam beherrscht:  ))

"Ähm. Äh. Der Unterschied zwischen absoluten Zahlen und Prozentzahlen... der ist Ihnen aber bekannt?"

"...ja, ja... * undeutliches Gemurmel, Themenwechsel * "

 
 * * * * * * *

Dazu:

Ich weiß, die Gespräche wirken unglaubwürdig. Ich hätte sie daher in einer Satire auch nicht verwendet. Aber sie sind leider wahr...

 * * * * * * * 

Anbei noch einige Fotos, Vergrößerung durch anklicken, meinerseits copyrightfrei!

MfG
Burkhard Tomm-Bub, 
Ludwigshafen am Rhein 





















  



















 * * * * * * * 

Update


Einige zusätzliche Fotos von Ewald H. Vielen Dank!






Montag, 1. Mai 2017

De Maizières Zehn - Punkte - Plan REPLIK



De Maizières Zehn - Punkte - Plan

((Eines mal vorneweg: sprechen Sie bitte NICHT per "Wir". Für MICH sprechen Sie nicht, da haben Sie mich nicht um Erlaubnis gefragt vorher, mein Herr!))


1. Gesicht zeigen

"Wir legen Wert auf einige soziale Gewohnheiten, nicht weil sie Inhalt, sondern weil sie Ausdruck einer bestimmten Haltung sind: Wir sagen unseren Namen. Wir geben uns zur Begrüßung die Hand. Bei Demonstrationen haben wir ein Vermummungsverbot. "Gesicht zeigen" – das ist Ausdruck unseres demokratischen Miteinanders. Im Alltag ist es für uns von Bedeutung, ob wir bei unseren Gesprächspartnern in ein freundliches oder ein trauriges Gesicht blicken. Wir sind eine offene Gesellschaft. Wir zeigen unser Gesicht. Wir sind nicht Burka."

(( Ist das so? Meinen Namen sage ich nicht unaufgefordert Jedem. Nur wenn ich will oder muss. Zum "Hände geben" als Bestandteil der toitschen Leitkultur:
Wenn mir jemand die Hand reicht, gebe ich einen Händedruck, klar. Denn diese Geste ist i.d.R. positiv gemeint. 
Ich selbst mag das aber eigentlich nicht. Es ist nicht hygienisch und soll von der Entstehungsgeschichte her eigentlich nur beweisen, dass man keine verborgenen Waffen in den Händen hat. Viel näher ist mir die Namaste - Geste und erst recht die arabische Grußgeste des kurzen Berührens von Herzgegend, Mund und Stirn.
"Mein Herz, meine guten Worte und Gedanken mögen mit Dir sein!"
(Heute meist in "abgeschliffener" Form zu sehen id est ein kurzes berühren der Herzgegend, danach geht die Hand ein wenig in Richtung des Gegrüßten.) Wieviel Promille der Bevölkerung tragen Burka? Sehr wenige. Daher: ist diese harsche Ablehnung an dieser Stelle wirklich vonnöten? Vermummungsverbot? Ich sah viele Vermummte. Zum Beispiel bei einer Demonstration in Frankfurt/Main. Die richtete sich gegen ein Demonstrationsverbot. Da gab es bei den Demonstranten zwar so gut wie keine Vermummten. Bei den Polizei - Hundertschaften, die uns an der Paulskirche einkesselten, waren aber fast alle vermumt! )) 


2. Bildung

"Wir sehen Bildung und Erziehung als Wert und nicht allein als Instrument. Schüler lernen – manchmal zu ihrem Unverständnis – auch das, was sie im späteren Berufsleben wenig brauchen. Einige fordern daher, Schule solle stärker auf spätere Berufe vorbereiten. Das entspricht aber nicht unserem Verständnis von Bildung. Allgemeinbildung hat einen Wert für sich. Dieses Bewusstsein prägt unser Land."

(( Tatsächlich? Wird nicht unser Land vielmehr von Materialismus, Konsum, Leistungsfixiertheit und Konkurrenzdenken dominiert? Und wieviel "Bildung" den leider zahlreichen Herrschaften Rechtsradikaler beigebracht wurde: um das zu erfahren, braucht man nur in facebook lesen, oder ihren Parolen lauschen! ))


3. Leistung

Wir sehen Leistung als etwas an, auf das jeder Einzelne stolz sein kann. Überall: im Sport, in der Gesellschaft, in der Wissenschaft, in der Politik oder in der Wirtschaft. Wir fordern Leistung. Leistung und Qualität bringen Wohlstand. Der Leistungsgedanke hat unser Land stark gemacht. Wir leisten auch Hilfe, haben soziale Sicherungssysteme und bieten Menschen, die Hilfe brauchen, die Hilfe der Gesellschaft an. Als Land wollen wir uns das leisten und als Land können wir uns das leisten. Auch auf diese Leistung sind wir stolz.

(( Dann fordern Sie mal schön. Niemals werde ich DESHALB Leistung erbringen. Für mich hat JEDER Mensch einen gleichen und unveränderbaren Wert, egal wieviel oder wie wenig er zum Wirtschaftswachstum beiträgt! Wenn es um soziales  oder um Hilfe geht, fällt bei Ihnen auffällig oft das Wort "auch". Eine Abwertung! Und warum sind Sie "auch" darauf stolz? Weil wir uns das als Land "leisten" können... Aha. Wissen Sie. Ich denke, derlei HAT sich ein Land gefälligst vor allem Anderen leisten zu können! )) 



4. Traditionen

Wir sind Erben unserer Geschichte mit all ihren Höhen und Tiefen. Unsere Vergangenheit prägt unsere Gegenwart und unsere Kultur. Wir sind Erben unserer deutschen Geschichte. Für uns ist sie ein Ringen um die Deutsche Einheit in Freiheit und Frieden mit unseren Nachbarn, das Zusammenwachsen der Länder zu einem föderalen Staat, das Ringen um Freiheit und das Bekenntnis zu den tiefsten Tiefen unserer Geschichte. Dazu gehört auch ein besonderes Verhältnis zum Existenzrecht Israels.

((Aha. Frieden... deshalb exportieren wir Unmengen an Kriegswaffen. Und durch das Verhältnis zur Geschichte (Kolonialismus) erklärt sich auch unser heutiges Luxusleben auf Kosten der Länder der Dritten Welt. Klar. ))


5. Kultur

Wir sind Kulturnation. Kaum ein Land ist so geprägt von Kultur und Philosophie wie Deutschland. Deutschland hat großen Einfluss auf die kulturelle Entwicklung der ganzen Welt genommen. Bach und Goethe "gehören" der ganzen Welt und waren Deutsche. Wir haben unser eigenes Verständnis vom Stellenwert der Kultur in unserer Gesellschaft. Es ist selbstverständlich, dass bei einem politischen Festakt oder bei einem Schuljubiläum Musik gespielt wird. Bei der Eröffnung eines großen Konzerthauses sind – wie selbstverständlich – Bundespräsident, Vertreter aus Regierung, Parlament, Rechtsprechung und Gesellschaft vor Ort. Kaum ein Land hat zudem so viele Theater pro Einwohner wie Deutschland. Jeder Landkreis ist stolz auf seine Musikschule. Kultur in einem weiten Sinne, unser Blick darauf und das, was wir dafür tun, auch das gehört zu uns.

((Ja sicher. Bach und Goethe waren Deutsche. William Shakespeare, Khalil Gibran, Molière, Marcel Proust, Charles Dickens, Rumi, Mark Twain, Fjodor M. Dostojewski, Leo N. Tolstoi, George Orwell, Albert Camus, Homer, Horaz, Rainer Maria Rilke, Simone de Beauvoir, Anton Tschechow, James Joyce, Robert Musil, Honoré de Balzac, Stendhal, Dante Alighieri, E. T. A. Hoffmann, William Faulkner, etc. waren das zum Beispiel nicht. Um nur einmal ein paar Schriftsteller*innen zu nennen. 
Dass es schöne, große (subventionierte) Konzerthäuser gibt, ist ja nett. Der gemeine Bürger hat davon allerdings nicht viel...
"Es ist selbstverständlich, dass bei einem politischen Festakt oder bei einem Schuljubiläum Musik gespielt wird". Aha. Das ist in anderen Ländern also in der Regel nicht der Fall? So, so. )) 


6. Religion

In unserem Land ist Religion Kitt und nicht Keil der Gesellschaft. Dafür stehen in unserem Land die Kirchen mit ihrem unermüdlichen Einsatz für die Gesellschaft. Sie stehen für diesen Kitt – sie verbinden Menschen, nicht nur im Glauben, sondern auch im täglichen Leben, in Kitas und Schulen, in Altenheimen und aktiver Gemeindearbeit. Ein solcher Kitt für unsere Gesellschaft entsteht in der christlichen Kirche, in der Synagoge und in der Moschee. Wir erinnern in diesem Jahr an 500 Jahre Reformation.
Für die Trennung der christlichen Kirchen hat Europa, hat Deutschland einen hohen Preis gezahlt. Mit Kriegen und jahrhundertelangen Auseinandersetzungen. Deutschland ist von einem besonderen Staat - KirchenVerhältnis geprägt. Unser Staat ist weltanschaulich neutral, aber den Kirchen und Religionsgemeinschaften freundlich zugewandt. Kirchliche Feiertage prägen den Rhythmus unserer Jahre. Kirchtürme prägen unsere Landschaft. Unser Land ist christlich geprägt. Wir leben im religiösen Frieden. Und die Grundlage dafür ist der unbedingte Vorrang des Rechts über alle religiösen Regeln im staatlichen und gesellschaftlichen Zusammenleben.

(( Richtig, noch immer sind 59% der Bevölkerung Christen. Und klar, die Kirchen betreiben Kitas und Altenheime, etc. Gut, das es diese Einrichtungen gibt. Als "Tendenzbetriebe" dürfen dort allerdings etliche Arbeitnehmer*innen  -  Rechte der Mitarbeiter*innen beschnitten werden. Und finanziert werden sie stark überwiegend vom Staat, aus Steuergeldern! "Freundlich zugewandt" heißt das bei Ihnen. Und "neutral". Ach so. )) 


7. Zivilkultur

Wir haben in unserem Land eine Zivilkultur bei der Regelung von Konflikten. Der Kompromiss ist konstitutiv für die Demokratie und unser Land. Vielleicht sind wir stärker eine konsensorientierte Gesellschaft als andere Gesellschaften des Westens. Zum Mehrheitsprinzip gehört der Minderheitenschutz. Wir stören uns daran, dass da einiges ins Rutschen geraten ist. Für uns sind Respekt und Toleranz wichtig. Wir akzeptieren unterschiedliche Lebensformen und wer dies ablehnt, stellt sich außerhalb eines großen Konsenses. Gewalt wird weder bei Demonstrationen noch an anderer Stelle gesellschaftlich akzeptiert. Wir verknüpfen Vorstellungen von Ehre nicht mit Gewalt.

(( Es "stört" Sie also tatsächlich, dass Flüchtlingsheime brennen und Flüchtlingsfamilien angepöbelt werden. Wie nett. Ist ja schon mal was...  Gewalt wird nicht gesellschaftlich akzeptiert? Haben Sie da nicht was vergessen? Nennt sich "Gewaltmonopol des Staates". Sieht man immer mal wieder live bei Demonstrationen von Linken, oder angeblich Linken. Oder wenn die Aufmärsche der Rechtsradikalen vor den bösen Gegendemonstranten geschützt werden "müssen"...  P.S.: Sie schreiben da auch noch: "Wir akzeptieren unterschiedliche Lebensformen"  - außer es geht ums Burkatragen, gell? * Zwinkersmiley * ))  


8. Aufgeklärter Patriotismus

Wir sind aufgeklärte Patrioten. Ein aufgeklärter Patriot liebt sein Land und hasst nicht andere. Auch wir Deutschen können es sein. "Und weil wir dies Land verbessern, lieben und beschirmen wir‘s. Und das liebste mag‘s uns scheinen, so wie andern Völkern ihrs, so heißt es in der Kinderhymne von Bert Brecht. Ja, wir hatten Probleme mit unserem Patriotismus. Mal wurde er zum Nationalismus, mal trauten sich viele nicht, sich zu Deutschland zu bekennen. All das ist vorbei, vor allem in der jüngeren Generation. Unsere Nationalfahne und unsere Nationalhymne sind selbstverständlicher Teil unseres Patriotismus: Einigkeit und Recht und Freiheit.

(( Ich liebe KEIN Land. Liebe ist ein Gefühl, das Lebewesen vorbehalten bleiben muß. So kann ich einen anderen Menschen lieben, die Natur, u.ä. Aber kein abstraktes Konstrukt wie ein "Land"! Bleiben Sie mir bitte so fern als irgend möglich, mit Ihrem "Patriotismus"! Und mißbrauchen Sie bitte nicht Brecht für die Verteidigung Ihre skurrile Vorstufe des Nationalismus! ))


9. Teil Europas

Unser Land hatte viele Zäsuren zu bewältigen. Einige davon waren mit Grundentscheidungen verbunden. Eine der wichtigsten lautet: Wir sind Teil des Westens. Kulturell, geistig und politisch. Die NATO schützt unsere Freiheit. Sie verbindet uns mit den USA, unserem wichtigsten außereuropäischen Freund und Partner. Als Deutsche sind wir immer auch Europäer. Deutsche Interessen sind oft am besten durch Europa zu vertreten und zu verwirklichen. Umgekehrt wird Europa ohne ein starkes Deutschland nicht gedeihen. Wir sind vielleicht das europäischste Land in Europa – kein Land hat mehr Nachbarn als Deutschland. Die geografische Mittellage hat uns über Jahrhunderte mit unseren Nachbarn geformt, früher im Schwierigen, jetzt im Guten. Das prägt unser Denken und unsere Politik.

(( Aha. Was ich mir wünschen würde: ein SOZIALES Euro. Auf Kriegsbündnisse mit der NATO kann ich verzichten. Auf Herrn Trump und Co. ebenso. Nur verdeckt geäußert, aber dennoch vorhanden: ihre Abgrenzung gegen alles, was nicht Europa oder USA ist. Das halte ich für unnötig und falsch. )) 


10. Kollektives Gedächtnis

Wir haben ein gemeinsames kollektives Gedächtnis für Orte und Erinnerungen. Das Brandenburger Tor und der 9. November sind zum Beispiel ein Teil solcher kollektiven Erinnerungen. Oder auch der Gewinn der Fußballweltmeisterschaften. Regionales kommt hinzu: Karneval, Volksfeste. Die heimatliche Verwurzelung, die Marktplätze unserer Städte. Die Verbundenheit mit Orten, Gerüchen und Traditionen. Landsmannschaftliche Mentalitäten, die am Klang der Sprache jeder erkennt, gehören zu uns und prägen unser Land. (Quelle: dpa/BamS)

(( Ich verachte sowohl Fußball, Sport, inklusive siegfixierter Dopingveranstaltungen, als auch psychohygienische und kommerzialisierte Veranstaltungen wie Karneval und Volksfeste. Wer das braucht, meinetwegen. Aber gefallen muss mir das nicht und befürworten muss ich das auch nicht. Und zu meiner kollektiven Erinnerung, zu meiner Kultur, oder sonstwas gehört es mal auf gar keinen Fall! Auch zu Ihren "LandsMANNschaftlichen" Ausführungen, etc. ließe sich noch einiges sagen. Aber lassen wir das. ))

Gruß
Burkhard Tomm - Bub, M.A. 
 -  Mensch und Weltbürger  -  

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c1/Verteidigungsminister_auf_%C3%9Cberraschungsbesuch_in_Afghanistan.jpg

Dienstag, 25. April 2017

IV Anarchistische Buchmesse in Mannheim Bericht

IV Anarchistische Buchmesse in Mannheim Bericht

Im April fand die nunmehr vierte Anarchistische Buchmesse in Mannheim statt.

Auch ich hatte dort einen kleinen Stand, mit dem Hauptthema "Gegen Hartz IV" und zusätzlich mit Informationen über den Wiener Zetteldichter Helmut Seethaler.

Beachtet bitte auf den Fotos auch die Aktionsterminangaben und die Namen der Gruppen und Initiativen. 
Diese im Netz näher zu recherchieren lohnt ganz sicher oft!

Ich habe mich gefreut, bekannte Gesichter zu sehen und auch über freundliche Besucherinnen am Stand. :-) 

Über meine persönlichen Vorbereitungen und den Freitag hatte ich schon an dieser Stelle berichtet:

 http://kopfmahlen.blogspot.de/2017/04/anarchistische-buchmesse-mannheim-mit.html 

Ansonsten hier noch einige Erlebnisse:

***  

Da ich allein war und trotzdem auch mal Pause machte, war mein Stand zeitweise unbeaufsichtigt.
Am Samstag fehlte nach meiner Rückkehr ein Buchpaket, am Sonntag zwei.
Jedesmal aber war die vorgeschlagene Spendensumme ordentlich deponiert worden -und auch noch vorhanden!  
:-) 

***

Den Vortrag mit dem Thema Arbeit konnte ich leider nur zur Hälfte hören. Er war jedoch gründlich aufgebaut und gab Anregungen zum Weiterdenken. Evtl. erfahre ich irgendwie, irgendwann auch etwas über die zweite Hälfte, inklusive der möglichen Zukunftsperspektiven. Interessieren würde es mich auf jeden Fall. 

***

Beeindruckend auch der Vortrag über kybernetisches Tracking und Selbstracking.
Besonders spannend fand ich die geschichtlichen Hinweise und vom Stil her, dass der Vortragende über sehr weite Strecken ohne jegliche moralischen Anklagen, kritischen Interpretationen, o.ä. meine Nackenhaare zum Sträuben brachte- allein durch die Schilderung dessen, was da bereits auf dem Markt ist und wozu es dient / dienen soll...!
Konsequenzen sind hier dringend notwendig. Mit welchen Ansatzpunkten, soll hier aber lieber nicht erörtert werden.

*** 

Ich konnte etliche Flugblätter mit hilfreichen Informationen verteilen, Gespräche führen und auch von den Buchpaketen "gingen etliche weg". Gut so!

***

In gewisser Weise durchaus erschütternd war ein Gespräch mit einem ursprünglich "gelernten Beamten", der nun "Unterwegs" sein Leben fristet. Der "Mühle" der jobcenter und des Hartz IV - Apparates entziehe er sich ganz bewußt, indem er nur die Leistungen für Durchwanderer in Anspruch nehme, auch wenn dies weniger sei...!

*** 

Auch mit einem gelernten Krankenpfleger sprach ich, der nun im jobcenter nicht eben konstruktiv behandelt wird. 
Leider hat er zwei Merkmale, die in der kapitalistischen Arbeitswelt sehr störend wirken. Er vertritt auch (vorgeblichen) Autoritäten gegenüber seine persönliche Meinung. Und vor allem nahm er Sicherheitsvorschriften und Hygienevorschriften ernst. Was ihm natürlich den heftigen Tadel des zu langsam seins einbrachte, inklusive des Ausspielens seiner Kolleg*innnen gegen ihn...!
Konkrete berufliche Interessen und Motivationen für eine Umorientierungen bringt er absolut mit. Allerdings passen auch diese mit den momentan aktuellen Programme und Maßnahmen des jobcenters nicht zusammen...

*** 

Ein sympathisches junges Paaar, mit einem sehr jungen Kind auf dem Arm sah sich interessiert alles an meinem Stand an.
(Er mehr freakig, sie mehr punkig im outfit.)
Er war ganz begeistert von Helmut Seethaler und hätte eigentlich sehr gern eines der drei Bücher mitgenommen, die ich von Helmut dabei hatte. Als er aber erfuhr, was ich selbst dafür bezahlt hatte, zuckte er innerlich zurück. Zumal sie auch darauf drängte, das Hartz IV - Buchpaket für sich und die Freundin mitzunehmen, da man das doch brauche.  
Sie zahlten die vorgeschlagene Spende und wir unterhielten uns noch ein wenig.
Und als sie dann los mußten, brachte ich es natürlich nicht übers Herz, sie so gehen zu lassen. 
Ich stopfte eins von Helmuts Büchlein in seine Umhängetasche, als persönliches Geschenk von mir. 
Ich denke, man hat sich gefreut. :-) 

***

Mir hat es gut gefallen und vielleicht kann ich ja irgendwann sogar mal einen eigenen Programmpunkt dort machen, wer weiß.

MfG
Burkhard Tomm-Bub, M.A.
aka
BukTom Bloch


DIE FOTOS

(Vergrößerung durch Anklicken, meinerseits völlig copyrightfrei!)